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Ernte umstrittener Palmölfrüchte in Indonesien: Immer mehr Anleger wollen Umwelt- und Sozialfaktoren in Portfolios berücksichtigen. | © Getty Images

Nachhaltige Investitionen Studie von MSCI bestätigt Wirtschaftlichkeit

Mangelnde Sensibilität gegenüber grünen Themen kann bei Unternehmen enorme Kursrückschläge verursachen. So hat der britische Mineralölkonzern British Patrol (BP) in den Wochen nach der Explosion seiner Bohrinsel Deepwater Horizon am 20. April 2010 fast 44 Prozent seines Börsenwertes verloren. Nachhaltige Investitionen hingegen, die sogenannte ESG-Kriterien berücksichtigen (engl.: Environment, Social, Governance), bieten auch aus Gewinnperspektive Vorteile für Anleger. Das belegt eine Studie von MSCI.

Der Indexanbieter hat die Ergebnisse von Indizes, die Titel nach den ESG-Scores von MSCI übergewichten, mit den Ausgangindizes verglichen. Das Ergebnis der empirischen Datenerhebung: Verglichen mit den Ausgangsindizes wiesen die Indizes der SRI-Index-Serie nicht nur geringere Risiken auf, sondern für viele Märkte auch eine bessere Performance.

Rendite und Risiko regionaler SRI-Indizes von MSCI:

                                                  Quelle: MSCI. Betrachtungszeitraum: 31. Mai 2013 bis 31. Dezember 2018

In weiteren Berechnungen konnte MSCI drei wirtschaftliche Übertragungsmechanismen bestätigen. Diese legen nahe, dass der positive Einfluss der Auswahl nach ESG-Scores kein Zufall war. Laut den Erhebungen bedeuten höhere Scores in ESG-Ratings von MSCI tendenziell höhere Bruttoerträge bei Unternehmen. Das zeigen Vergleiche der besten und schlechtesten Quintile. Derselbe Vergleich bestätigt zudem geringere Einflüsse extremer Risiken auf einzelne Unternehmen sowie ein vermindertes systematisches Risiko.

Nach der empirischen Bestätigung der theoretischen Vermutungen bleibt für Anleger eigentlich nur die Frage: Was können sie ganz praktisch tun, um nachhaltiger im Sinne von ESG-Kriterien zu investieren?

Palette der nachhaltigen ETF-Produkte wächst stetig

Eine Möglichkeit bieten die ESG-ETFs der BlackRock-Tochter iShares. Je nach Zielsetzung können Anleger kontroverse Geschäftstätigkeiten ausschließen, etwa mit der ESG-Screened-Reihe, oder ESG-Faktoren im Anlageportfolio berücksichtigen. So sollen beispielsweise ESG-Enhanced-ETFs den ESG-Score maximieren und den CO2-Fußabdruck des Portfolios vermindern.

Zwar werden bei den Enhanced-ETFs dieselben Ausschlusskriterien angewendet wie bei der Screened-Reihe. Da dabei allerdings ein bestimmter Tracking-Error zum jeweiligen Standardindex nicht überschritten werden soll, können Anleger diese ETFs anstelle solcher Investitionen ins Portfolio einwechseln, die sich an den Standardindizes orientieren.

Eine weitere Möglichkeit stellen ETFs der SRI-Reihe dar. Das Kürzel SRI steht für „Social Responsible Investment“. Mit einem Best-in-Class-Ansatz bieten sie Anlegern Zugang zu Unternehmen mit den höchsten ESG-Scores. Darüber hinaus können Anleger mit Themen-ETFs den Fokus auf ganz bestimmte ESG-Trends legen oder spezielle ETFs zum Impact Investing einsetzen. Ein Beispiel hierfür ist das Unterstützen außerfinanzieller ESG-Ziele, etwa Investitionen in grüne Anleihen.

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