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Misstrauen verringern Wie sich Greenwashing eindämmen lässt

Definitiv Grün
Definitiv Grün: Unter anderem eine umfassendere Regulierung wird es Vermögensverwaltern künftig erschweren, ihre Produkte nachhaltiger zu machen als sie sind. | Foto: Imago Images / Andreas Haas
Jane Ambachtsheer, BNP Paribas AM

Es war ein gemischtes Jahr für nachhaltige Investitionen: Einerseits hat sich der Finanzsektor umfassend zu Netto-Null verpflichtet – ganz zu schweigen von den branchenweiten Bemühungen zur Vorbereitung und Umsetzung der EU-Offenlegungsverordnung. Andererseits ist die Skepsis darüber gewachsen, wie weit die ESG-Integration und nachhaltige Anlagepraktiken wirklich gehen. Wir sehen fünf Entwicklungen, die das Misstrauen künftig verringern und Greenwashing vorbeugen können.

1. Regulierung wird strenger

Aufgrund des rasanten Wachstums nachhaltiger Investitionen ist ein angemessener Regulierungsrahmen erforderlich, an dem sich die Finanzbranche und insbesondere die Vermögensverwalter orientieren können.

Angeführt von Europa spitzen die Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt ihren Bleistift, um Standards und Offenlegungspraktiken im Zusammenhang mit nachhaltigen Investitionen zu definieren, zu überwachen und durchzusetzen. Auch wenn die Navigation durch die Vorschriften von SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation, Offenlegungsverordnung) bis MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive II, Finanzmarktrichtlinie), CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive, Berichtspflicht) oder EU-Taxonomie eine Herausforderung sein kann: Die gute Nachricht ist, dass sie sich in die richtige Richtung bewegen – nämlich hin zu einer stärkeren Harmonisierung der ESG-Integration, Datentransparenz und Definition gemeinsamer Messinstrumente.

Andere Bereiche nachhaltiger Investitionen, die im Mittelpunkt einer wachsenden Zahl freiwilliger und formeller Initiativen der Branche und der Aufsichtsbehörden in den verschiedenen Regionen stehen, sind Stewardship (Abstimmungen und Engagement), die Umsetzung von Ausschlussstrategien sowie thematische und wirkungsorientierte Investitionen.

In dem Maße, in dem sich nachhaltige Investitionen weiterentwickeln, werden auch Anleger immer besser sicherstellen können, dass ihnen keine leeren Versprechungen verkauft werden.

2. Weg zur CO2-Neutralität bietet wirtschaftliche Chancen

Laut Unternehmens- und Strategieberatung McKinsey müssen weltweit bis 2050 zusätzlich 3,0 bis 3,5 Billionen US-Dollar jährlich investiert werden, um die Herausforderungen der Energiewende zu bewältigen. Das entspricht der Hälfte der globalen Unternehmensgewinne. Die Investitionen bergen aber erhebliche wirtschaftliche Chancen und sind für die Abschwächung der schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels von entscheidender Bedeutung.

 

Die Klimakonferenz im November vergangenen Jahres in Glasgow trug dazu bei, dass sich die Staaten und Investoren verpflichteten, von 2050 an netto keine Kohlenstoffemissionen mehr zu verursachen. Heute haben sich rund 450 Finanzinstitute, die ein Vermögen in Hohe von 130 Billionen US-Dollar verwalten oder beraten, der Glasgow Financial Alliance for Net Zero (GFANZ) angeschlossen.

Das erfordert grundlegende Veränderungen in der Art und Weise, wie der Finanzsektor die Realwirtschaft finanziert und in sie investiert. Gleichzeitig setzen sich die Akteure für die erforderlichen politischen Veränderungen ein, die die Emissionen bepreisen und den Weg zu einer nachhaltigeren und integrativeren Wirtschaft ebnen werden.

3. Stellenwert von Stewardship-Aktivitäten steigt

Stewardship-Aktivitäten, einschließlich der Stimmabgabe bei jährlichen Aktionärsversammlungen und des Dialogs mit Unternehmen sowie der Politik, haben in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen.

Dies hat dazu geführt, dass die Stewardship-Aktivitäten der Vermögensverwalter genauer unter die Lupe genommen werden: Unterstützen sie klimabezogene Aktionärsanträge? Reichen sie vielleicht sogar selbst welche ein? Beteiligen sie sich an den zahlreichen Diskussionen der Branche zur Einführung einer verpflichtenden Klimaberichterstattung seitens der Unternehmen – und wenn ja, wofür setzen sie sich aus welchen Gründen ein?

Die Zeiten, in denen man unter dem Radar fliegen konnte, sind vorbei: Es kommt darauf an, wie Vermögensverwalter abstimmen und sich engagieren. Das wird zunehmend Einfluss darauf haben, ob sie Kunden gewinnen können. Klimabezogene Themen stehen dabei im Mittelpunkt, aber auch Bereiche wie Vielfalt und Integration rücken immer stärker auf die Tagesordnung.

4. Wirkungsmessung wird immer wichtiger

Es liegt in der Natur des Menschen, einen positiven Einfluss ausüben zu wollen. Das ist auch bei Investoren der Fall. Es wird zwar immer noch darüber diskutiert, was Impact Investing genau sein kann und soll. Nichtsdestotrotz gibt es danach bereits eine starke Nachfrage.

Wir gehen davon aus, dass wir nicht nur bei der Messung der ökologischen und sozialen Auswirkungen auf Unternehmens- und Portfolioebene zunehmend Fortschritte sehen werden. Wir sind auch der Meinung, dass Vermögensverwalter versuchen sollten, die Effekte der von ihnen verwalteten Vermögenswerte zu analysieren und zu steuern.

Beispiele für die Impact-Messung sind die Berichte der Unterzeichner der Operating Principles for Impact Management sowie unser erster Biodiversitäts-Fußabdruck, den wir zu Beginn des Jahres veröffentlicht haben.

5. Vermögensverwalter müssen ihren Worten Taten folgen lassen

Vermögensverwalter fordern Unternehmen immer stärker dazu auf, ihre Leistung in Bezug auf ESG-Faktoren zu verbessern. Daher ist es nur fair, wenn diese Ziele auch bei ihnen selbst Priorität haben.

Vermögensverwalter sollten mit gutem Beispiel vorangehen und beispielsweise durch die Förderung von Vielfalt und Inklusion, die Verringerung des Papierverbrauchs, dem Verzicht auf Einwegplastik und durch ihr Engagement für die Gemeinschaft vorbildlich handeln. Dies verschafft ihnen die nötige Legitimität, um bei den Unternehmen Wirkung zu erzielen. Eine Nachhaltigkeitskultur wird zu einer Voraussetzung, um die Erwartungen der Kunden zu erfüllen und gleichzeitig Talente anzuziehen und zu binden.

Zusammenfassend sind wir der Ansicht, dass der Finanzsektor sowohl die Möglichkeit als auch die Pflicht hat, seine Kapitalallokation und seine Stewardship-Praktiken zur Förderung einer nachhaltigeren Realwirtschaft einzusetzen. Mit der zunehmenden Transparenz innerhalb der gesamten Branche – vorangetrieben durch immer anspruchsvollere Aufsichtsbehörden – wird es für Nachzügler immer schwieriger, mitzuhalten.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.