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 Grünanlage vor der VW-Niederlassung Dresden: Nachhaltige Immobilien sind gut in die Mikrolage eingebettet. | © Getty Images

Nachhaltigkeit im Gewerbe

Unser Büro soll grüner werden

Nachhaltige Ansprüche gewinnen im Gewerbeimmobiliensektor an Gewicht. Kein Wunder, ist die Immobilienwirtschaft doch ein wesentlicher Treiber für, aber auch potenziell positiver Einflussfaktor auf das Klimaproblem der Menschheit. Das verschiebt die Anforderungen, die an Immobilien gestellt werden, und verändert das Verhältnis zwischen Mietern und Vermietern. Insbesondere große Gesellschaften werden künftig nur noch Flächen anmieten, die den aktuellen Klima- und Nachhaltigkeitsstandards entsprechen. Für Eigentümer, Anleger und Asset Manager bedeutet das: „Go green or die“.

So knackte das Transaktionsvolumen zertifizierter Green Buildings 2018 erstmals die magische 10-Milliarden-Euro-Marke. Laut BNP Paribas Real Estate wurden zertifizierte Gewerbeimmobilien im Umfang von 10,1 Milliarden Euro gehandelt. Seit 2013 hat sich deren Zahl in Deutschland auf 1.800 Gebäude verdreifacht. Laut dem Verband Global Alliance for Buildings and Construction entfallen auf die Immobilienbranche weltweit rund 39 Prozent der Emissionen und etwa 36 Prozent des Energieverbrauchs. An ihr geht also kein Weg vorbei, soll der Klimawandel effektiv bekämpft werden und die Energiewende gelingen.

Rolf Mensing ist seit 2006 als Geschäftsführer für das Deutschlandgeschäft der CLS Holdings verantwortlich, einer börsengelisteten Immobilien-Aktiengesellschaft mit Sitz in London.
Foto: CLS Germany

Aber nicht nur aus ethischer Pflicht muss die Immobilienbranche bei dem Thema nachholen: Neben dem wachsenden regulatorischen Druck akzeptieren auch immer weniger professionelle Mietinteressenten aus ökologischen und auch finanziellen Gründen nicht-nachhaltige Gebäude. Diese Entwicklung verschiebt die Nutzeranforderungen an Immobilien und erfordert ein ganz anderes Verhältnis zwischen Mietern und Vermietern. Waren Büroimmobilien und ihre Räumlichkeiten in der Vergangenheit auf ihre externe Wirkung hin konzipiert, rücken neben ökologischen Kriterien das Wohlbefinden und die Produktivität der Mitarbeiter verstärkt in den Vordergrund. Vorbei sind auch die Zeiten, in denen Vermieter harsche Bedingungen stellen konnten. Gefragt ist vielmehr ein ganzheitlicher Nachhaltigkeitsansatz, der die Mieter partnerschaftlich sowohl bei ihrem Energiemanagement unterstützt als auch das Design und die räumliche Konfiguration der Gebäude auf Nutzerbedürfnisse hin anpasst.

Das geht nicht zuletzt auf den Generationenwechsel innerhalb der Belegschaften zurück. Vertreter jüngerer Generationen haben höhere Erwartungen an ihre Arbeitsumgebung und die Ausstattung der Räumlichkeiten. Sie messen Angeboten und Dienstleistungen zur Erholung und Kreativförderung einen höheren Stellenwert bei und sind vor allem gegenüber dem Thema Klimawandel deutlich sensibler. Angesichts des Kampfs um Nachwuchskräfte erhöht das den Druck auf Unternehmen, entsprechend ausgestattete Räumlichkeiten anzumieten.

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