Suche

Nachhaltigkeit in der Finanzbranche Die 3 Kundengruppen deutscher Versicherer und Banken

Nachhaltige (34 Prozent)

Nachhaltige (34 Prozent) | © Renato Abati
Einkauf am Obststand | Foto: Renato Abati

Nachhaltige sind beispielsweise eher jung, gut gebildet und häufiger weiblich. Sie machen sich vermehrt Sorgen um den Klimawandel, setzen sich aktiv für Umweltschutz ein, kaufen häufiger und konsequenter nachhaltige Produkte, wobei ihr Haushaltsnettoeinkommen etwas geringer als im Durchschnitt ist. Unternehmen, die sich für mehr Nachhaltigkeit einsetzen, sind sie dankbar und freuen sich über deren Engagement. Damit einhergehend besteht eine hohe Wechselbereitschaft zu besonders nachhaltigen Unternehmen. Ihre Erwartungen an diese sind zugleich hoch.“

Michaela Brocke, Heute und Morgen

Michaela Brocke, Heute und Morgen

Bei Lebensmittelherstellern odern Energieversorgern achten viele deutsche Verbraucher bereits heute sehr genau auf deren Nachhaltigkeit. Davon sind die meisten Kunden von Finanzdienstleistern zwar noch weit entfernt, doch rund 80 Prozent von ihnen wünschen sich jetzt hierzu mehr Informationen. Und die Bereitschaft zum Wechsel zu einem besonders nachhaltigen Anbieter ist bei sonst vergleichbaren Konditionen groß, zeigt die aktuelle Trendstudie „Nachhaltigkeit: Dos und Dont´s für Versicherer, Banken und Krankenkassen“ von Heute und Morgen.

Das unabhängige Marktforschungs- und Beratungsinstitut aus Köln befragte im Februar mehr als 1.000 Bundesbürger im Alter über 18 Jahren, welche Rolle die Nachhaltigkeit bei ihren Finanz- und Versicherungsangelegenheiten hat. Dieses Thema lässt demnach nur wenige Deutsche kalt: Für mehr als ein Viertel der Bundesbürger spielt nachhaltiges Handeln in ihrem Leben bereits eine gewichtige Rolle. Der Fokus richtet sich dabei vor allem auf den Umwelt- und Klimaschutz. Lediglich für jeden Zehnten ist das Thema Nachhaltigkeit bisher eher unbedeutend.

Die Grundhaltung der Verbraucher zur Nachhaltigkeit erscheine nach Angaben der Studienautoren jedoch widersprüchlich: „Eigenes nachhaltiges Handeln verschafft einerseits ein gutes Gefühl, andererseits werden damit teils auch verbundene Aufwände, Verzichte und Kosten oft noch gescheut.“ Zugleich gebe man die eigene Mitverantwortung gerne an Politik und Unternehmen ab. „Beäugt werden deren Aktivitäten dann wiederum kritisch; man sieht dort oft noch mehr reine Symbolhandlungen – sogenanntes Greenwashing – als echtes und ehrliches Engagement.“

Jüngere besonders interessiert

„Im Generationenvergleich überdurchschnittlich interessiert, aufgeschlossen und anspruchsvoll bei Nachhaltigkeitsthemen zeigen sich jüngere Menschen; insbesondere die Altersgruppe der unter 30-Jährigen.“ Laut Michaela Brocke, Geschäftsführerin bei Heute und Morgen ist „insbesondere in der strategisch wichtigen Gruppe der jüngeren Generation die Wechselbereitschaft bei vergleichbaren Kosten sehr hoch.“ Das gelte allerdings nicht für die Bereitschaft gegebenenfalls auch mehr zu bezahlen. „Nachhaltigkeit wird zunehmend als Selbstverständlichkeit erwartet.“

Diese Versicherer gelten als grün

Vorerst dürfte den Verbrauchern der Gang zum einen nachhaltigen Versicherer aber aus einem sehr praktischen Grund schwerfallen: Die große Mehrheit der Bundesbürger konnte bei Umfrage nicht sagen, welche Assekuranz aus ihrer Sicht besonders nachhaltig arbeitet. Bei der gestützten Abfrage nannten die Teilnehmer am häufigsten drei Marken, deren Namen auf nachhaltige Aktivitäten hindeuten: Ökoworld Leben, Grün versichert und Bessergrün. Allerdings kämpften diese Nischenanbieter mit ihrer bisher noch geringen Bekanntheit.

Die drei Nachhaltigkeitssegmente

Die Marktforscher von Heute und Morgen unterteilen die deutsche Bevölkerung in drei Nachhaltigkeitssegmente, erklärt Geschäftsführerin Brocke: die aktiven Nachhaltigen beziehungsweise besonders Nachhaltigkeitsaffinen machen 34 Prozent der Menschen hierzulande aus. Die sogenannten Mitläufer kommen sogar auf eine relative Mehrheit von 45 Prozent und die Kritiker beziehungsweise Skeptiker auf 21 Prozent. Sie unterscheiden sich deutlich in ihren Erwartungen an die Versicherer. Mehr zu den Profilen lesen Sie auch in der Bilderstrecke oben.

>Vergrößern! Grafik: HEUTE UND MORGEN GmbH

Mehr zum Thema

Weitere videos
Private Krankenversicherung (PKV) PKV-Mitarbeiter mischen sich in den Wahlkampf ein DIW-Ökonomin Claudia Kemfert Ausbau der Erdgas-Infrastruktur widerspricht Klimazielen ANZEIGE ESG-Strategien von Candriam Was haben Sie vor 25 Jahren gemacht? Bert Flossbach Was sagen ESG-Kennzahlen über ein Unternehmen aus? Invest-in-Visions-Gründerin im Video Was das Thema Mikrofinanzen Anlegern in Aussicht stellt
Weitere podcasts
BVI-Spezialisten im Podcast „Bafin darf nicht zulasten des Fondsstandorts Deutschland handeln“ ZEW-Ökonom Sebastian Rausch Neue Chancen durch Emissionshandel Investmenttalk von Eyb & Wallwitz „Offenlegungsverordnung bringt Anlegern mehr Sicherheit“ Pimco-Deutschlandchef im Podcast „Wir konzentrieren uns auf einen ganz bestimmten Anlagebereich“ BMO-Analystin Nina Roth im Podcast „Für die Klimaziele brauchen wir unglaubliche Geldmassen“
Weitere bildergalerien
Zweistellige Renditen Diese 10 nachhaltigen Europa-ETFs laufen seit 2018 am besten Wahlprüfsteine des FNG Das planen die Parteien in puncto nachhaltige Geldanlage 9 Vermögensverwalter schätzen ein Wie viel Nachhaltigkeit steckt in nachhaltigen ETFs? Ruhestand in Deutschland Wie Finanzberater nachhaltige Altersvorsorge aufbauen können Faktor S aus ESG Diese 5 Unternehmen sind soziale Vorzeige-Kandidaten
Weitere infografiken
Nachhaltige Investments Verletzte Menschenrechte sind Top-Ausschlusskriterium Umfrage So sattelfest sind Anleger beim Thema Nachhaltigkeit Earth Overshoot Day 3 Beispiele für Ressourcen-Überlastung Private Rentenversicherungen „Mit Sicherheit zur nachhaltigen Altersvorsorge“ Umfrage unter Kunden Was Versicherte in Sachen Nachhaltigkeit erwarten
EMPFOHLENE Bildergalerien
NEU IN DER MEDIATHEK
nach oben