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in ESG Enviromental / KlimaLesedauer: 6 Minuten

Vontobel-Spezialist mahnt Klimakrise: Darum sind Investoren besonders in der Pflicht

Flagge wirbt für die Klimakonferenz COP 28 in Dubai
Flagge wirbt für die Klimakonferenz COP 28 in Dubai: Der Klimawandel ist mittlerweile deutlich spürbar. | Foto: Imago Images / Zoonar

Wir sind eindeutig nicht auf dem Weg, das Pariser Abkommen zu erfüllen. Auf der Klimakonferenz COP 28 werden die Regierungen an einem Rahmen für die Erreichung des globalen Anpassungsziels des Pariser Abkommens arbeiten. Wir hoffen, dass sie auch einen Fahrplan zur Förderung von Klimaschutzmaßnahmen mit klaren Verpflichtungen und Empfehlungen aufstellen werden. Die Konferenz wird sich unter anderem mit der Umsetzung des auf der COP 27 vereinbarten Fonds für Verluste und Schäden befassen. Auch die Ernährungssysteme und die Landwirtschaft werden in diesem Jahr im Mittelpunkt des Interesses stehen.

Gute Absichten und Versprechen reichen nicht aus – die Welt braucht dringend eine Umsetzung. Der Emissionslückenbericht 2022 des UN-Umweltprogramms (UNEP) zeichnet kein schönes Bild. Die von den Staats- und Regierungschefs auf der UN-Klimakonferenz COP 26 in Glasgow im Jahr 2021 verabschiedeten nationalen Klimaschutzziele (Nationally Determined Contributions, NDCs) haben kaum an der Oberfläche gekratzt. Die Treibhausgasemissionen haben im Jahr 2022 einen neuen Rekordwert erreicht, und im September dieses Jahres lagen die globalen Durchschnittstemperaturen um 1,8 °C über dem vorindustriellen Niveau.

1,5-Grad-Ziel kaum erreichbar 

Selbst bei vollständiger Umsetzung der an Bedingungen geknüpften NDCs kann der Temperaturanstieg in diesem Jahrhundert nur auf 2,5 Grad Celsius begrenzt werden. Dem Bericht zufolge muss die Welt bis 2030 48 Prozent der derzeitigen Treibhausgasemissionen einsparen, um auf dem richtigen Weg zu sein, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, und 28 Prozent, um sie auf 2 Grad Celsius zu reduzieren. Die Autoren des Berichts betonen die dringende Notwendigkeit eines systemweiten Wandels und dass ein allmählicher, schrittweiser Ansatz nicht mehr ausreichen wird.

 

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Ein Blick auf die weltweiten energiebedingten CO2-Emissionen im Jahr 2022 könnte auf den ersten Blick Anlass zu Optimismus geben: Dem CO2-Emissionsbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge stiegen sie um weniger als ein Prozent. Das ist deutlich weniger als im Vorjahr, in dem ein Anstieg von mehr als sechs Prozent zu verzeichnen war. Dies ist jedoch hauptsächlich auf das Wachstum in Sektoren wie Solar- und Windenergie sowie Elektrofahrzeuge zurückzuführen. Sie haben dazu beigetragen, die Auswirkungen des verstärkten Einsatzes von Kohle und Öl im Zuge der weltweiten Energiekrise auszugleichen.

Der Bericht macht deutlich: Die Kohlenstoffemissionen befinden sich nach wie vor auf einem nicht nachhaltigen Wachstumspfad, und es sind mutigere Schritte erforderlich, damit die Welt die Energiewende beschleunigen und ihre Klimaziele erreichen kann.

Enormer Kapitalbedarf für Energiewende

BloombergNEF hat die Investitionschancen im Zuge der Dekarbonisierung auf 200 Billionen US-Dollar beziffert – müssen doch die Maßnahmen für die Energiewende noch wesentlich gesteigert werden, damit die Welt ihre Netto-Null-Ziele bis 2050 erreichen kann. Dies bedeutet jährliche Ausgaben in Höhe von rund 6,5 Billionen US-Dollar (verglichen mit 2 Billionen US-Dollar im Jahr 2021), was durchschnittlich 2 Prozent des weltweiten BIP gleichkommt oder in etwa den Militärausgaben der Nato-Partner.

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