Bereiche wie Windkraft, Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen müssen massiv ausgebaut werden. Laut einer Studie von Bank of America Global Research müssten zum Beispiel die Windkraft-Kapazitäten in den USA von derzeit gerade einmal 100 Gigawatt bis zum Jahr 2050 auf 4.200 Gigawatt erhöht werden. Man denke nur an die vielen Hunderttausend Ladestationen für Elektrofahrzeuge, die es für den Übergang zu einem batteriebetriebenen Straßenverkehr braucht.

All diese Bereiche müssen um das 40- bis 200-Fache ihrer heutigen Größe zulegen. Ein solches Wachstum ist nur mit entsprechendem Kapital möglich. BloombergNEF schätzt, dass rund 110 Billionen US-Dollar erforderlich sind, um die Art, wie wir heute Energie verbrauchen, zu transformieren. Weitere 90 Billionen US-Dollar sollen in Anlagen zur Energieversorgung, einschließlich Netz-Infrastruktur und Technologien zur Bindung von CO2, fließen.

Grafik Investitionschancen
Grafik Investitionschancen © Vontobel

Die Investitionsanreize in den USA und in Europa greifen zusehends, und es dauert nicht mehr lange, bis die in die Energiewende investierten Mittel jene in fossile Brennstoffe überholen. Dieser Trend dürfte sich in den nächsten Jahren weiter verstärken. Unternehmen, die in diesem Bereich über einen Wettbewerbsvorteil verfügen, entsprechen genau unserer Zielgruppe für Investitionen. Denn sie dürften vom Kapitalzufluss profitieren, können oft kostengünstigere Lösungen anbieten und haben häufig auch mehr Wachstumspotenzial.

Der Trend dürfte auch ohne politische Unterstützung und Subventionierung jenen Unternehmen langfristig strukturellen Rückenwind verleihen, die mit praktikablen Lösungen für die Umweltbedrohungen aufwarten, mit denen wir konfrontiert sind. Investitionen in Technologien, die energieeffiziente Gebäude, grünen Straßenverkehr und Alternativen zu kohlenstoffintensiven Prozessen fördern, sind genauso wichtig wie der Aufbau von Wind- und Solarparks.

Impact Investing – Investmentprofis sind interessiert

Das Interesse an solchen Investitionen ist zweifellos vorhanden. Unsere Umfrage zu Impact Investing aus diesem Jahr bestätigt das beträchtliche Interesse professioneller Anleger an Impact-Investing-Strategien und lässt darauf schließen, dass noch viel ungenutztes Potenzial im Markt vorhanden ist.

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Regulatorischer Druck dürfte dem Interesse der Anleger an Impact Investing zusätzlich förderlich sein. Das Weiße Haus gab kürzlich den Plan von US-Präsident Joe Biden bekannt, die Emissionen der USA gegenüber 2005 halbieren zu wollen. Dies entspricht nahezu einer Verdoppelung des ursprünglichen, von der Obama-Regierung festgelegten Ziels. Die Gesetzgeber der Europäischen Union haben sich grundsätzlich darauf geeinigt, ihr Ziel der Emissionsverminderung gegenüber 1990 von 40 Prozent auf 55 Prozent zu erhöhen. Dies wird die Unternehmen zusätzlich unter Druck setzen, sich dem Kampf gegen den Klimawandel anzuschließen.

Investitionen in den Klimaschutz sind nicht nur notwendig, um katastrophale Klimaveränderungen, Wasserstress und den Verlust der biologischen Vielfalt zu verhindern, sondern langfristig auch wirtschaftlich sinnvoll. Kürzlich kündigte die Panamakanal-Behörde neue Einschränkungen im Schiffsverkehr an, die auf die anhaltende Dürre zurückzuführen sind, die durch El Niño verursacht wird und Berichten zufolge die schlimmste in der jüngeren Geschichte ist.

Die Alarmglocken schrillen ohrenbetäubend. Die Menschheit kann aber nicht einfach Hals über Kopf zum Notausgang rennen. Wir müssen unsere bisherigen Anstrengungen verdoppeln. Hierbei sind die Investoren zentral, damit wir die Wende zum Besseren schaffen. Es ist höchste Zeit, zu handeln. Nicht morgen. Nicht nächste Woche oder nächstes Jahr. Nein, jetzt!

 

Pascal Dudle
Pascal Dudle © Vontobel

Über den Autor:

Pascal Dudle ist Leiter des Bereichs Listed Impact bei dem Schweizer Investment Manager Vontobel.