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Ethik-Analyst im Interview „Nachhaltigkeitsexperten werden immer strenger“

Stefan Streiff, Arete Ethik Invest.
Stefan Streiff ist Ethik-Analyst bei der Schweizer Fondsboutique Arete Ethik Invest. | Foto: Fotomontage von Jessica Hunold mit Canva / Arete Ethik Invest

DAS INVESTMENT: Herr Streiff, über das Nachhaltigkeitsprofil potenzieller Anlagen entscheidet bei Arete Ethik Invest ein Komitee. Wer sind die Mitglieder?

Stefan Streiff: Das Prime-Values-Ethik-Komitee besteht aus unabhängigen Experten verschiedener Fachbereiche. Aktuell sitzen in dem Gremium neben Wirtschafts- und Sozialethikern unter anderem eine Medizinerin, eine Biologin und ein Bauingenieur. Das Komitee soll für Anleger die nachhaltige Wirkung unserer Fonds Prime Values Income (ISIN: AT0000973029) und Prime Values Growth (AT0000803689) prüfen. Im Zentrum steht dabei der Umgang mit Menschen, der Natur und Tieren.

Quelle Fondsdaten: FWW 2024

Wie arbeitet das Ethik-Komitee?

Streiff: Das Ethik-Komitee tagt monatlich, zehnmal im Jahr per Telefon und zweimal persönlich. Pro Sitzung prüft es vier bis sechs potenzielle Investments, die wir Analysten vorab in einem zweiseitigen Bericht mit einer Punktezahl zwischen 50 und 100 vorschlagen. Die Prüfkriterien umfassen das Verantwortungsverständnis von Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen, Prozesse, Transparenz, Reputation und den Schutz natürlicher Ressourcen. Am Ende kann Arete Ethik Invest nur in Unternehmen investieren, die nach der Prüfung des Ethik-Komitees noch mindestens 50 Punkte erreichen und keine der strikten Ausschlusskriterien verletzen. Die Länge der Debatte hängt davon ab, wie kontrovers eine Firma ist.

Woher stammen die Informationen, die Sie an das Ethik-Komitee weiterleiten?

Streiff: Berichte erarbeiten wir auf Grundlage von eigenen Recherchen sowie Daten unseres Research-Providers ISS ESG. Außerdem beziehen wir Informationen aus unseren Engagements und aus Dialogen mit NGOs mit ein.

Quelle Fondsdaten: FWW 2024

Bringt das Ethik-Komitee auch Investment-Ideen ein?

Streiff: Im Arbeitsalltag kommen die Vorschläge meist vom Portfoliomanagement. Analysen schreiben wir allerdings nur, wenn die Vorabklärungen ergeben, dass die Vorschläge im Ethik-Komitee auf Akzeptanz stoßen. Die Arbeit soll sich schließlich lohnen. Gewisse innovativ-nachhaltige Vorschläge aus dem Ethik-Komitee stimmen manchmal leider nicht mit den Liquiditäts- oder grundlegenden Finanzanforderungen an unsere Investments überein.

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