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Nachhaltigkeitsstudie: Ökologie vor Ethik

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Dies geht aus einer Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag der DZ Bank durchgeführt hat. Dabei wurden im Vorfeld der Kopenhagener Weltklimakonferenz 1.026 Bundesbürger befragt.

In den vergangenen eineinhalb Jahren stieg das Interesse an umweltfreundlichen Finanzprodukten kontinuierlich an. Geldanlagen nach ökologischen Kriterien kämen für sie in Frage, erklärten 55 Prozent der Befragten. Im Mai 2008 waren es noch 48 Prozent. Selbst inmitten der großen Unsicherheit in der Finanzkrise im Januar dieses Jahres lag das Interesse bei 47 Prozent. Nur 17 Prozent der Anleger können sich ein Engagement in ökologisch sinnvolle Finanzprodukte nicht vorstellen.

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Viele Interessierte ließen sich durch Mangel an Informationen und am Angebot von ökologischen Anlagen abschrecken.

Jedoch hat noch nicht einmal die Hälfte der interessierten Privatanleger ihr Interesse in die Tat umgesetzt. Lediglich 26 Prozent der Befragten haben ihr Geld in Öko-Investments angelegt. Zu Jahresbeginn waren es 22 Prozent.

Die meisten Interessierten ließen sich durch Mangel an Informationen und am Angebot von ökologischen Anlagen abschrecken. So erklärten 80 Prozent derjenigen, die sich für ein Öko-Investment interessierten, aber noch keines besaßen, ihre Bank habe ihnen bislang noch kein ökologisches Anlageprodukt angeboten. Drei Viertel fühlten sich darüber hinaus generell zu wenig über diese Anlagemöglichkeiten informiert; für knapp zwei Drittel waren sie zu intransparent.

Rund die Hälfte bemängelt, die Produkte seien zu kompliziert. Ebenso viele verweisen darauf, dass das Angebot an ökologischen Anlageprodukten noch nicht ausreichend sei. 45 Prozent der Umfrageteilnehmer stört das Chancen-Risiko-Profil der Produkte. (Siehe Grafik).

Nachhaltige Entwicklung oder Modetrend?

„Das zunehmende Interesse an Geldanlagen nach ökologischen Kriterien ist kein Modetrend, sondern eine nachhaltige Entwicklung“, meint Matthias Kinttof, der für die Produktentwicklung im Privatkundenwertpapiergeschäft zuständige Abteilungsleiter der DZ Bank. Auffallend ist jedoch, dass das Interesse an ethischen Anlagethemen, die nicht so stark wie die Klima-Fragen in der Berichterstattung vertreten sind, deutlich niedriger ausfällt. Nur 28 Prozent der Befragten interessierten sich im November 2009 für ethische Investments. Zudem sind lediglich 9 Prozent tatsächlich in diesem Bereich investiert. Im Mai 2008 und Januar 2009 waren es noch jeweils 11 Prozent.

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