Investec AM zu Lateinamerika Nachhaltige Politik schlägt Populismus

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In Verbindung mit einem sehr stabilen nominalen Wechselkurs sehen wir das Potenzial Uruguays, die Inflation dem unteren Rand des derzeitigen Zieles von 5 bis 7 Prozent anzunähern. Wie Peru hat auch Uruguay rechtliche Strukturen, die immer noch eine gewisse Dollarisierung in der Wirtschaft ermöglichen, aber das hat Peru nicht davon abgehalten, die Inflation im Jahresvergleich auf unter 2 Prozent zu senken.

Argentinien steht vor einem viel längeren Weg zur Entdollarisierung, wobei die Regierung bei ihren anfänglichen Plänen zum Inflationsabbau nach verbreiteter Auffassung viel zu ehrgeizig war. Weitere inflationäre Subventionsreduzierungen kommen, und erfreulicherweise werden 2018 Tarifverhandlungen auf Grundlage des gleichen Auslösemechanismus wie in Uruguay stattfinden, was zusammen mit der steigenden Glaubwürdigkeit der Zentralbank zu einem Lohnwachstum von deutlich unter 20 Prozent im Jahresvergleich führen könnte.

ESG und Nachhaltigkeit

Es ist vielleicht nicht überraschend, dass die Länder, die wir besucht haben, aufgrund der größeren Stabilität und des Konsens der politischen Mitte zu den Ländern mit den höchsten ESG-Werten gehören, die wir im gesamten Universum der Schwellenländer vergeben.

Sowohl Chile als auch Uruguay konzentrieren sich auf die Qualität der Bildung und die Abstimmung von Qualifikationen in sekundären (Uruguay) und tertiären (Chile) Sektoren. Allerdings ist das Bildungsniveau in beiden Ländern im Vergleich zu anderen ESG-Politikbereichen niedrig, doch findet derzeit eine zunehmend drängende Debatte statt.

Rohstoffindustrien sind nach wie vor ein wichtiger potenzieller Wachstums- und Wohlstandstreiber, doch alle Regierungen in der Region kämpfen bisweilen darum, die sozialen Kosten des Sektors und die finanziellen Vorteile ins Gleichgewicht zu bringen. Obwohl bei der Bewältigung der Auswirkungen der Primärindustrie eindeutig noch weitere Fortschritte zu erzielen sind, sind die Länder im Südkegel sicherlich besser als viele andere Länder.

Argentinien hat stark auf die umweltfreundlichere Direktsaat hingearbeitet, aber der Proteinsektor wird weiterhin sehr ressourcenintensiv bleiben. Sowohl im südlichen Chile als auch in Argentinien werden wachstumsorientierte Regierungen in Versuchung geraten, den Lithiumabbau auf Kosten von Schutzgebieten zu favorisieren.

Starke Anstrengungen, die Energieerzeugung in Richtung erneuerbare Energien zu diversifizieren, haben eine wichtige Rolle bei den Leistungsbilanzverbesserungen in Chile, Peru und Uruguay gespielt und stellen sicher, dass diese Länder in den kommenden Jahren im Energiebereich nachhaltig produzieren werden. Uruguay hat zeitweise 95 Prozent erneuerbare Energien erzeugt und steht nach Costa Rica (das teilweise 100 Prozent erreicht hat!) an zweiter Stelle unter allen Schwellenländern. In Bezug auf andere Bereiche der Umweltpolitik bleibt in der Region noch mehr zu tun. Fragen der Forstwirtschaft und des Landmanagements sind in Chile (wie auch in Peru) von großer Bedeutung, wobei die Institutionen nicht stark genug sind, um diese Probleme anzugehen.

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