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Arbeitstreffen: Finanzkundinnen schätzen es, auf Augenhöhe angesprochen zu werden. | © imago images / Cavan Images Foto: imago images / Cavan Images

Kundengruppe Frauen

Was bei Finanzkundinnen gut ankommt

Sie nennen sich Geldfrau, Fräulein Finance, Femance oder Fortunalista: Im Internet existiert eine wachsende Reihe von digitalen Ratgebern, deren Initiatorinnen Frauen für das Thema Finanzen begeistern wollen. Die Blogs haben regelmäßig auch Ableger in den sozialen Medien. Viele der Seiten sind in den vergangenen zwei Jahren entstanden. Zeitgleich gibt es am Büchermarkt eine Fülle von Neuerscheinungen, die sich um eben dieses Thema, nämlich Frauen und Finanzen, drehen. Woher kommt der Trend – und ist das eigentlich nötig?

Zunächst einmal: ja. Denn vermutlich noch zahlreicher als jene Finanzblogs, die sich speziell an Frauen richten, sind die Studien, die bis heute erschienen sind und die warnen, dass es unter allen Verbrauchern vor allem Frauen sind, die Gefahr laufen, im Alter in Armut zu leben. Oder zumindest mit recht schmalen Mitteln auskommen zu müssen.

Viele Frauen verdienen während ihres aktiven Berufslebens im Mittel weniger als ihre männlichen Kollegen. Wie groß die Gehaltslücke genau ist, darüber herrscht unter Wissenschaftlern Uneinigkeit. Dass es sie gibt, mag aber niemand bestreiten. Der Abstand im Absicherungsniveau beider Geschlechter wird im Lauf des Lebens regelmäßig größer. Denn Kinder oder pflegebedürftige Eltern veranlassen Menschen dazu, Erwerbspausen einzulegen oder ihre Arbeitszeit zu reduzieren.

Rentenansprüche verschieben sich

Dafür entscheiden sich wiederum zu einem recht großen Anteil: Frauen. Mit unangenehmen Folgen für die Zeit nach dem aktiven Berufsleben, denn weniger gearbeitet heißt weniger staatliche Rente, kleinere Mittel in die private Altersvorsorge gesteckt, kleineres Alterseinkommen. In Anlehnung an die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen, den sogenannten Gender Pay Gap, hat die Fondsgesellschaft Fidelity den Gender Pension Gap ermittelt, die Lücke in der durchschnittlich erwarteten gesetzlichen Rente zwischen Männern und Frauen.

Der Punkt, an dem die Ansprüche auseinanderdriften, ist etwa der 35. Geburtstag, haben die Wissenschaftler Alexandra Niessen-Ruenzi und Christoph Schneider in einer von Fidelity angestoßenen Studie herausgefunden. Bis zum Wendepunkt liegen die Brutto-Rentenansprüche mit 339 Euro für Männer und 332 Euro für Frauen noch ziemlich nah beieinander. Danach öffnet sich die Schere.

Im Alter zwischen 35 und 46 Jahren haben Frauen im Durchschnitt bereits 15 Prozent weniger Rente in Aussicht. Bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren vergrößert sich der Abstand noch einmal deutlich auf dann 29 Prozent – 1.419 Euro für Männer und 1.008 Euro für Frauen.

Parallel zur häufig beobachteten finanziellen Schlechterstellung von Frauen kommt ein Umstand, von dem auch Finanzberater ein Lied singen können: Frauen nehmen tendenziell seltener als Männer eine Finanzberatung in Anspruch. Vergleichsweise mehr Frauen geben in Umfragen auch an, sich mit Finanzen schlecht auszukennen. In diese Wissens- und Erfahrungslücke stoßen die eingangs erwähnten Finanzbloggerinnen vor.

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