Kundengruppe Frauen Was bei Finanzkundinnen gut ankommt

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Sich mit dem Thema Finanzen speziell an Frauen zu wenden, ist keine neue Idee. Einige Finanzberatungsfirmen verfolgen diesen Schwerpunkt hierzulande bereits seit mehr als 20 Jahren. Zum Beispiel die Dr. Upgang AG mit Sitz in Köln und Bonn. Die namensgebende Inhaberin Mechthild Upgang, die neben einer Zulassung nach Gewerbeordnung auch eine Lizenz nach Kreditwesengesetz besitzt und mit dem Futurefolio 55 (ISIN: DE000A2N67J9) einen eigenen Fonds managt, ist seit rund 25 Jahren als Beraterin tätig.

2019 hat das Branchennetzwerk Fondsfrauen Upgang als „Frau des Jahres“ ausgezeichnet. Die Beraterin hat sich zu einer Zeit selbstständig gemacht, als es am hiesigen Markt noch kaum entsprechende Angebote gab. Es sei ihr damals aufgefallen, erzählt sie, dass Frauen in der Bankberatung oft Sparanlagen angeboten bekommen hätten, während Männern häufiger auch zu renditeträchtigeren Aktien geraten worden sei. Sie selbst habe sich nach dem Kauf einer Lebensversicherungspolice schlecht beraten gefühlt.

Die promovierte Agrarökonomin arbeitete sich in das Thema ein. 1990 gründete sie eine eigene Finanzberatungsfirma mit Fokus auf Frauen. Mittlerweile beschäftigt Upgang sechs weitere Beraterinnen, sie hält Vorträge, gibt Seminare und hat zwei Bücher zum Thema veröffentlicht. Über mangelndes Interesse kann sie sich nicht beklagen.

Quelle: Niessen-Ruenzi, Schneider/Fidelity
Illustrationen: Freepik

Warum sie überzeugt ist, dass Frauen sich gern von Frauen beraten lassen? „Eine Frau kann die spezifischen Lebenssituationen besser nachvollziehen“, meint Upgang. „Die zentrale finanzielle Frage für jede Frau ist die Entscheidung ‚Kinder oder keine Kinder‘.“ Von dieser Frage hänge oft ab, wie sich das spätere Berufsleben gestalte. „Viele Frauen schätzen die Beratung durch eine Frau gerade in jenen Momenten, in denen solche spezifischen Fragen zur Sprache kommen.“

Auch Constanze Hintze ist seit vielen Jahren als Finanzberaterin aktiv. Sie ist Geschäftsführerin der Beratungsfirma Svea Kuschel + Kolleginnen mit Sitz in Frankfurt und München. Das Unternehmen gibt es bereits seit 1986. Es war der allererste deutsche Finanzdienstleister, der sich explizit an Frauen wandte. Hintze ist seit 2004 an Bord. Gründerin Svea Kuschel erhielt für ihre Pionierarbeit 2013 das Bundesverdienstkreuz. Männliche Kunden hat Svea Kuschel + Kolleginnen übrigens auch: Sie machen Hintzes Schätzungen zufolge etwa ein Viertel aller Kunden des Hauses aus.

Die Finanzfachfrau hat ebenfalls ein Buch zum Thema geschrieben und ihm den Titel „Finanz-Petits-Fours“ gegeben – damit das Thema nicht so trocken anmutet. Wie Upgang hält auch Hintze regelmäßig entsprechende Vorträge. Eine Besonderheit, die der Finanzexpertin immer wieder auffällt: „Viele unserer Kundinnen haben das Thema nachhaltige Geldanlage bereits viel früher für sich entdeckt, als es jetzt der Mainstream tut.“

Das bestätigt auch Friederike Fuchs, Geschäftsführerin der Frau-Invest Anlageberatung mit Standorten in Rheinbach und Göttingen. Fuchs ist seit 25 Jahren in der Beratungsnische unterwegs. Mit der Erfahrung, dass Frauen großen Wert darauf legen, Dinge genau zu verstehen. Daher benötigen sie häufig Zeit, sich zu entscheiden, will die Finanzspezialistin beobachtet haben.

Ihre weiblichen Kunden richteten den Blick zudem weniger auf konkrete Finanzprodukte, sondern suchten häufig vor allem eine langfristige Begleitung in Finanzdingen. Ein Stichwort, das im Gespräch mit allen drei Spezialistinnen fällt, ist „Augenhöhe“: Kundinnen wollten nicht mit für Laien unverständlichem Finanz-Kauderwelsch abgespeist werden, sondern die Themen von Gleich zu Gleich erklärt bekommen.

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