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Unternehmensnachfolger finden

Möglichkeiten im Überblick

Finanzberater bauen sich ihren Betrieb oft mit Hingabe über viele Jahrzehnte auf. Sie gewinnen einen treuen Kundenstamm, stellen Mitarbeiter ein und vergrößern den Betrieb mitunter sogar. Sie gehen durch gute und durch schlechte Zeiten, doch irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem die Gedanken sich dem eigenen Ruhestand zuwenden. Der Wunsch ist, dass der Betrieb weiterhin bestehen bleibt, doch welche Möglichkeiten gibt es? Wie findet ein Finanzberater einen guten Nachfolger, der nicht allein die Finanzberatung, sondern auch das mühsam und liebevoll aufgebaute Drumherum akzeptiert und übernimmt? Hier einige Hinweise.

Der klassische Weg: Nachfolge innerhalb der Familie

Früher galt eine quasi unumstößliche Regel: Ein Familienbetrieb wird zu gegebener Zeit an die Nachkommen weitergegeben. Dies kommt heute aber immer seltener vor. Vielleicht sind keine eigenen Kinder da, vielleicht haben diese auch einen ganz anderen Lebensweg eingeschlagen und haben schlichtweg kein Interesse an der Finanzberatung der Eltern. Doch es gibt weitere Möglichkeiten:

  • Entfernte Verwandte – auch Nichten oder Neffen können natürlich die Finanzberatung übernehmen. Eine Übergabe an entferntere Familienteile ist nicht ausgeschlossen.
  • Stellvertreter – die Finanzberatung wird zwar den Nachkommen überschrieben, doch sind diese nur stellvertretend im Betrieb. Geführt wird er von einer anderen Person. Diese Lösung ist jedoch nur in Ausnahmefällen geeignet, da sie auf Kunden oft abschreckend wirkt.

Letztendlich beginnt die Nachfolge durch die Familie schon in den Schulzeiten des Kindes. Das Kind muss Berührungspunkte mit dem Betrieb haben, damit es sich ihm gegenüber verpflichtet fühlt. Dennoch muss auch das notwendige Interesse vorhanden sein. Ein Kind, welches schon in der Kindheit liebend gerne Baupläne entworfen oder Baumhäuser bis ins Detail geplant hat, wird sich wohl eher dem Architekturstudium zuwenden. Ist dies absehbar oder ist schon klar, dass kein Nachfolger im Familienkreis gefunden werden kann, sind andere Lösungen notwendig.

Nachfolge innerhalb des Unternehmens

Diese Lösung wird immer häufiger angewandt. Die meisten langjährigen Betriebe haben diesen einen Mitarbeiter, der oder die schon seit den Anfangstagen mit an Bord ist. Unter Umständen kann nun überlegt werden, ob nicht eben diese Person die Nachfolge übernimmt. Vorteile hat die Möglichkeit:

  • Kenntnis – der Mitarbeiter kennt sich nicht allein in der Materie aus, er kennt die Abläufe im Betrieb und natürlich die Kunden. Diese kennen ihn als direkten Ansprechpartner. Die Skepsis vieler Kunden bei Übergaben entfällt.
  • Herzblut – in jedem Betrieb steckt ein wenig Herzblut. Fremden ist dieses aber schwer einzubläuen, denn sie sehen zwar die Möglichkeiten und den jetzigen Zustand, nicht aber, welche Arbeit in dem Betrieb steckt. Langjährige Mitarbeiter haben sich gewissermaßen ebenfalls für den Betrieb aufgeopfert. Sie sind meist eher geneigt, die Strukturen so zu behalten.
  • Optionen – für die Nachfolge gibt es mehrere Optionen. So kann der Nachfolger in die Geschäftsführung übernehmen und zuerst Anteile an dem Unternehmen erlangen. Nach und nach werden die Aufgaben weiter übergeben, bis der Nachfolger das Geschäft führt. Auf der anderen Seite ist die direkte Ablöse möglich, sofern der finanzielle Hintergrund steht. Letztendlich ist zu überlegen, ob der bisherige Inhaber als stiller Teilhaber im Hintergrund verbleibt.

Der Blick in den Mitarbeiterstamm lohnt sich fast immer. Natürlich kann ein solcher Übergang nicht direkt durchgeführt werden, denn oft fehlt es dem Mitarbeiter noch an Wissen oder notwendigen Fortbildungen. Diese lassen sich aber durchaus innerhalb der nächsten Jahre nachholen.

Einen Käufer suchen

Zuletzt bleiben praktisch nur zwei Lösungen: Wahlweise, der Betrieb wird komplett geschlossen oder aber, er wird an einen externen Käufer übergeben. Die Betriebsschließung möchten die meisten Finanzberater natürlich umgehen, immerhin hängt vom Betrieb auch das Leben der Mitarbeiter in gewisser Weise ab. So kommt der Weg über den externen Käufer günstiger. Aber wie lässt sich dieser finden?

1. Vorbereitung – vor jeder Art einer Anzeige sollte der Betrieb extern geprüft und bewertet werden. Nicht immer reichen die Unterlagen des eigenen Steuerberaters aus, um den Kaufpreis zu benennen. Das in den Betrieb gesteckte Vermögen und die Leidenschaft werden oft nicht von Außenstehenden bezahlt.

2. Entsprechende Anzeigen – so wie die Übernahmeangebote von Arztpraxen in Stellenanzeigen oder auch auf Onlineportalen angeboten werden, können Finanzberater ihren Betrieb auf diese Weise anbieten.

3. Außenstelle – je nach regionaler Lage kann die Finanzberatung auch als Außenstelle für andere Finanzagenturen von Interesse sein. Auch hier helfen spezielle Anbieter oder Marktplätze.

4. Spezialanbieter – Anbieter wie die KP TECH Corporate Finance Beratung spezialisieren sich auf diese Betriebsübernahmen und Betriebsverkäufe. Durch ihre langjährige Erfahrung können sie den Verkäufer bestens unterstützen und den Übergang sowie die Verhandlungen professionell begleiten. Das Angebot lässt sich ein wenig mit der Beauftragung eines Maklers vergleichen. Da der Anbieter auch für Suchende agiert, bringen sie die scheidenden und künftigen Unternehmensinhaber zusammen.

Natürlich sind die Vorstellungen ebenso wichtig. Wer langjährig einen eigenen Betrieb führte, dem fällt es häufig schwer, diesen loszulassen. Ein Nachfolger oder Käufer wird jedoch seine eigenen Vorstellungen mit einbringen und diese auch umsetzen. Daher müssen sich die scheidenden Inhaber schon frühzeitig von ihrer Einflussnahme und den Umsetzungen im Betrieb verabschieden. Selbst die Übernahme durch Mitarbeiter wird Änderungen mit sich bringen und die Wahrscheinlichkeit, dass einem selbst diese Änderungen missfallen, ist hoch.

Grundsätzlich benötigt ein Finanzberater für die Übergabe einen Fachmann an seiner Seite. Vertraglich gibt es viele Fallstricke, die auf den ersten Blick gar nicht auffallen.

Nachfolger frühzeitig einplanen

Im Regelfall lässt sich es sich recht früh absehen, ob es in der eigenen Familie oder im Verwandtenkreis einen geeigneten Nachfolger geben könnte. Zwang sollte für die eigenen Kinder jedoch niemals bestehen, denn wer in dem Job nicht aufgeht, der wird den Betrieb nie zur elterlichen Zufriedenheit führen.

Vorteilhaft sind Nachfolger, die gleich aus dem Betrieb stammen. Allerdings müssen auch diese über Jahre hinweg aufgebaut werden, denn Fortbildungen, Seminare und das notwendige Hintergrundwissen sind notwendig. Das können natürlich auch externe Käufer mit sich bringen. Einfach ist die Suche über Spezialanbieter, die sich rein auf die Nachfolge und den Kauf, beziehungsweise den Verkauf von Unternehmen spezialisiert haben.

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