In turbulenten Zeiten, wie wir sie momentan weltweit an den Kapitalmärkten erleben, rückt der Wunsch nach mehr Stabilität im Portfolio bei vielen Anlegerinnen und Anlegern in den Vordergrund. Bei konjunktureller Unsicherheit gewinnen defensive und zumeist auch krisenfeste Branchen an Bedeutung. Schließlich bleiben die Grundbedürfnisse auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten bestehen.

Zu diesen Grundbedürfnissen gehören vor allem Essen und Trinken, weshalb es sprichwörtlich nicht nur unter Börsianern heißt: „Gegessen und getrunken wird immer!“ Die meisten Verbraucher sparen nämlich eher bei teuren Neuanschaffungen oder stellen den Kauf von besonderen Luxusartikeln zurück, als auf liebgewonnene Gewohnheiten, wie Kaffee und Kuchen oder das Feierabend-Bier zu verzichten.

Lebensmittelkonzerne: Grundsolide Aktien

Die Aktien von gut aufgestellten Lebensmittelkonzernen gelten als grundsolide und krisenresistent. Sie zeichnen sich vor allem durch eine hohe Verlässlichkeit aus. Denn: Viele Unternehmen aus der Basis-Konsumgüterindustrie erwirtschaften auch in konjunkturellen Abschwungphasen noch stabile Gewinne und können sich dementsprechend von der allgemeinen Konjunkturentwicklung positiv abkoppeln.

So gelten auch Zeiten mit höherer Inflation als weniger kritisch, da die Lebensmittelkonzerne die höheren Kosten über höhere Preise bei Grundnahrungsmitteln problemlos an die Verbraucher weitergeben können. Vor allem profitieren sie in Phasen rückläufiger Inflation, so wie im vergangenen Jahr, da die Preise nach einer etablierten Preiserhöhung selten wieder zurückgenommen werden.

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Risikofaktor Margen und Trends

Trotz aller Vorteile in Krisenzeiten, darf nicht übersehen werden, dass es sich bei der Lebensmittelindustrie gleichzeitig auch um eine der wettbewerbsintensivsten Branchen handelt. Vor allem in Deutschland verfügt der Lebensmitteleinzelhandel flächendeckend über eine enorm hohe Konzentration. Die großen Einzelhandelsketten stehen untereinander in einem starken Preiswettbewerb, den sie wiederum zu Lasten der Einkaufspreise an ihre Lieferanten weitergeben. Unter niedrigen Margen leiden dann vor allem diejenigen Lebensmittelhersteller, die über eine geringe Markt- und Preissetzungsmacht verfügen.

Auch wechselnde Verbrauchergewohnheiten, darunter beispielsweise der Trend zu weniger Fleisch und mehr veganen Produkten, können sich auf die Geschäftsentwicklung von Lebensmittelherstellern auswirken, vor allem wenn diese lediglich auf eine bestimmte Produktgruppe fokussiert sind. Getränkekonzerne sind von wechselnden Verbrauchergewohnheiten und neuen Trends oft besonders betroffen.

 

iShares Stoxx Europe 600 Food & Beverage ETF: Nestlé dominiert

Der iShares Stoxx Europe 600 Food & Beverage ETF (ISIN: DE000A0H08H3) konzentriert sich auf die größten Nahrungsmittel- und Getränkehersteller in Europa und bildet die Wertentwicklung des Stoxx Europe 600 Food & Beverage Index, der 27 ausgewählte Aktien aus dem europäischen Nahrungsmittel- und Getränkesektor enthält, vollständig physisch ab.

Größter Titel im Index mit einer Gewichtung von rund 30 Prozent ist der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé, der größte Nahrungsmittel- und Getränkehersteller der Welt. Nestlé verfügt über ein breites Produktportfolio, das von Babynahrung über Eiscreme, Kaffee und Schokolade bis hin zu Tiernahrung reicht. Das Unternehmen ist bekannt für seine starken Marken, darunter Kitkat, Mövenpick, Nescafé, Nespresso, Perrier und Purina.

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Mit einem Anteil von gut 12 Prozent folgt die größte Brauerei der Welt, Anheuser-Busch InBev. Bekannte Biersorten der Belgier sind Budweiser, Becks, Löwenbräu und Franziskaner. Anheuser-Busch InBev entstand 2008 aus der Fusion der belgischen InBev und der US-amerikanischen Anheuser-Busch.

Mit einer Gewichtung von gut 11 Prozent folgt die britische Diageo, die 1997 aus der Fusion von Grand Metropolitan und Guinness hervorgegangen ist und inzwischen als weltweit führender Hersteller von Premium-Spirituosen gilt. Zu den bekannten Marken zählen hier Johnnie Walker, Smirnoff, Baileys und Guinness.

Auf den weiteren Plätzen folgen Danone, Heineken und Pernod Ricard. Es fällt auf, dass die drei Top-Titel bereits mehr als 50 Prozent des gesamten Index ausmachen, die Top-10-Titel kommen in der Summe sogar auf über 80 Prozent.

Defensiver ETF im Aufwind

Der iShares STOXX Europe 600 Food & Beverage ETF wurde bereits im Juli 2002 als ausschüttender ETF in Deutschland aufgelegt. Über einen Zeitraum von fünf Jahren konnte der ETF jedoch gerade einmal um 7,6 Prozent an Wert zulegen, das entspricht einer mageren jährlichen Rendite von 1,5 Prozent. In den vergangenen Jahren war mit ETFs, die in Wachstumsthemen investieren, deutlich mehr Rendite zu erzielen.

2025 läuft es beim iShares-ETF mit einer Wertsteigerung von rund 7,5 Prozent allerdings deutlich besser als bei den allgemeinen Euro-Stoxx-600-ETFs. Zudem schüttet der ETF von iShares vierteljährlich in den Monaten Januar, April, Juli und Oktober aus. Die jährliche Ausschüttungsrendite konnte dabei in den vergangenen Jahren stetig gesteigert werden. Aktuell liegt sie bei rund 2 Prozent. Die Gesamtkostenquote des iShares Stoxx Europe 600 Food & Beverage ETF liegt bei 0,46 Prozent pro Jahr. Das Fondsvolumen beläuft sich auf komfortable 222 Millionen Euro.

Stabile Beimischung mit Klumpenrisiko

Lebensmittel und Getränke sind zu jeder Zeit, unabhängig vom Konjunkturzyklus, gefragt und sorgen bei den Nahrungsmittelherstellern für stabile und kalkulierbare Einnahmen. Gerade in unsicheren Zeiten sind die Aktien daher als Stabilitätsanker beliebt. Die geringe Volatilität von 13,4 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren unterstreicht den defensiven Charakter der im iShares Stoxx Europe 600 Food & Beverage ETF enthaltenen Aktien.

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Geringe Schwankungen sorgen allerdings nicht automatisch für Rendite. Vor allem ist zu beachten, dass die hohe Gewichtung von 30 Prozent in Aktien von Nestlé zu einer hohen Abhängigkeit führt. Entwickelt sich die Aktie schwach, so wie in den vergangenen Jahren, wird der ETF kaum signifikant an Wert zulegen können. Aktuell liegt die Bewertung von Nestlé mit einem KGV 18 allerdings deutlich unter dem Durchschnitt der letzten Jahre, der bei 22 lag. So konnte die Aktie seit Jahresbeginn bereits ordentlich an Wert zulegen. Doch das Klumpenrisiko, das über einen breit gestreuten ETF eigentlich vermieden werden sollte, bleibt.

Anlegern, die diesen Umstand berücksichtigen, ermöglicht der iShares-ETF dennoch, sich die wichtigsten europäischen Nahrungsmittelhersteller, gewichtet nach ihrer Marktkapitalisierung, mit nur einer Transaktion bequem als Beimischung ins Portfolio zu holen.