Hans Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse von Allianz Global Investors. Foto: Claudia Kampeter

Hans Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse von Allianz Global Investors. Foto: Claudia Kampeter

Naumer unplugged

Anleger sehen rot: Danke, Mick!

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Wohin man auch schaut, bei den Industriestaaten herrschen negative nominale (!) Anleiherenditen vor. Im Fall der Bundesanleihen müssen Investoren jetzt schon ihr Geld in Laufzeiten von über 15 Jahren anlegen, um das Schwarze unter dem Fingernagel zu verdienen.

Im Fall der Schweiz zeigen sich zaghaft positive Renditen erst ab Laufzeiten von über 45 Jahren. Aber nicht nur der Euroraum und weitere europäische Länder kennen negative Renditen, auch in Japan haben sie Einzug gehalten. Insgesamt weisen knapp 40 Prozent der ausstehenden Staatsanleihen in den Industrieländern negative Renditen aus, das summiert sich auf stolze 9,2 Billionen US-Dollar.

Konkret: In der Eurozone liegen 54 Prozent der Staatsanleiherenditen unter der Nullmarke. Für Deutschland gilt das bei 80 Prozent. Einfach rot. Wollen die Anleger nicht rotsehen, müssen sie – Volatilität hin oder her – die Risikotreppe bei der Kapitalanlage nach oben klettern. Kapitalerhalt, nicht Sicherheit, muss die unterste Verteidigungslinie dabei heißen.

Denn Sicherheit heißt heute nur noch: Mit Sicherheit gibt es bei Staatsanleihen weniger zurück, als man eingezahlt hat, wenn man sie bis Laufzeitende hält. Das heißt: Auf Kapitaleinkommen abzielende Strategien geraten ins Blickfeld, ebenso wie Mischfonds und Multi-Asset-Lösungen.

PS: Danke, Mick!

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