Nero Knapp zur EdW: „Die Politik sieht einfach weg“

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DAS INVESTMENT.com: Was schlagen Sie vor?

Knapp: Einer unserer Vorschläge war es, auch Banken in die EdW einzahlen zu lassen. Schließlich betreiben sie auch Wertpapiergeschäfte.

DAS INVESTMENT.com: Aber?

Knapp: Das wurde strikt abgelehnt und die Sache war schnell vom Tisch. Wir versuchen aber nun, die einzahlende Basis zu erweitern. Derzeit zahlen nur Wertpapierberater ein, die zufällig auch in Aktien beraten und deshalb eine Bafin-Lizenz haben. Alle anderen am Kapitalmarkt tätigen Unternehmen, die von der EdW und dem dadurch vermittelten Vertrauen profitieren sind außen vor. Das sind unter anderem Vollbanken und letztlich auch Fondsberater mit Zulassung nach Paragraf 34 f Gewerbeordnung. Das ist doch nicht gerecht.

DAS INVESTMENT.com: Über wie viele Berater mit so einer Zulassung reden wir hier?

Knapp: Genaue Zahlen kenne ich nicht. Die Schätzungen reichen von 78.000 bis 400.000 Erlaubnisträgern.

DAS INVESTMENT.com: Die dann ziemlich sauer wären.

Knapp: Die zahlenden EdW-Mitglieder sind auch sauer, weil sie die Suppe allein auslöffeln müssen. Das ist das Dilemma.

DAS INVESTMENT.com: Würden denn Fondsberater den gleichen Betrag zahlen müssen?

Knapp: Darüber könnte man reden. Vielleicht prozentual vom Gewinn etwas weniger oder einen zumutbaren Grundbetrag. Es würde die Lage in der EdW auf jeden Fall deutlich entspannen.

DAS INVESTMENT.com: Wird es klappen?

Knapp: Wir versuchen, das aktuelle System durch die Gerichte kippen zu lassen. Denn dann müsste die gesamte Entschädigungslandschaft neu überdacht werden. Aber ich bin nicht sehr optimistisch, dass das klappt.

DAS INVESTMENT.com: Warum versuchen Sie es dann?

Knapp: Weil aufgeben nicht in Frage kommt und weil wir als Verband unabhängiger Vermögensverwalter der Branche verpflichtet sind. Vielleicht klappt es ja doch.

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