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Emissionen verringern Netto-Null erfordert massive Investitionen

Windrad und Strommasten im Ruhrgebiet
Windrad und Strommasten im Ruhrgebiet: Die Dekarbonisierung der Stromnetze schreitet dank des Ausbaus erneuerbarer Energien voran. Es gibt aber noch viel zu tun. | Foto: IMAGO / blickwinkel

Lange Zeit beschränkten sich die Klimaschutzpläne der Staaten auf eine Verringerung der CO2-Emissionen im Vergleich zum Jahr 1990. In den vergangenen Jahren wurden viele Länder jedoch ambitionierter und verfolgen heute ein absolutes Ziel: Sie streben Netto-Null-Emissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts an.

Im Falle Großbritanniens und der Europäischen Union (EU) sind die Netto-Null-Ziele nun rechtlich bindend. Das Vereinigte Königreich hat fünfjährige Kohlenstoffbudgets festgelegt, deren Einhaltung ein unabhängiges Gremium überprüft. (Gilt das für die EU auch oder wie ist das da? Das habe ich mich an der Stelle gefragt) Daneben traten 2020 weitere Länder der „Netto-Null-Fraktion“ bei. Dazu gehören Südkorea und Japan, die sich CO2-Neutralität bis 2050 zum Ziel gesetzt haben – und mit China die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, die das Jahr 2060 anpeilt. In den USA bestand die dritte Amtshandlung des neuen Präsidenten Joe Biden darin, dem Land per Verordnung die Rückkehr ins Pariser Klimaabkommen zu ermöglichen. Außerdem plant er, dass die Vereinigten Staaten bis 2050 klimaneutral werden.

Es waren zuletzt also deutliche Fortschritte gegenüber früheren Plänen zu beobachten. Insgesamt haben nun 127 Länder, die für 63 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich sind, Netto-Null-Ziele verabschiedet oder ziehen sie in Betracht. Das ist begrüßenswert: Laut einer Analyse von Climate Action Tracker – einer Initiative, die die Fortschritte im Kampf gegen den Klimawandel überwacht – lassen diese Pläne das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens in greifbare Nähe rücken. Aber: Wie immer steckt der Teufel im Detail.

Der Weg ist das Ziel

Netto-Null ist das Ziel – aber was zählt, ist der Weg dorthin. Eines der Elemente des Pariser Abkommens ist die Verschärfung der Maßnahmen alle fünf Jahre, um die Emissionslücke zwischen den offiziellen Klimazusagen der Länder gegenüber den Vereinten Nationen (oder national festgelegten Beiträgen, NDCs) und dem Kohlenstoffbudget zu schließen, um die 1,5-Grad- oder 2-Grad-Grenze bei der globalen Erwärmung zu erreichen.

Auf der diesjährigen UN-Klimakonferenz in Glasgow (COP26) wird erwartet, dass die Nationen aktualisierte – und ehrgeizigere – NDCs zur Reduzierung der Emissionen bis 2030 ausarbeiten. Allerdings haben nur 40 Länder neue Pläne eingereicht, lediglich acht davon wurden als ehrgeiziger eingestuft als ihre Vorgänger. Es gibt also noch eine Menge zu tun.

Südkorea und Deutschland zeigen hohes Engagement

Inmitten der von der Covid-19-Pandemie ausgelösten wirtschaftlichen Turbulenzen sind Phrasen wie „grüner Aufschwung“ alltäglich geworden. Während die Welt weiterhin mit der Pandemie zu kämpfen hat, gibt es Licht am Horizont: Die Aussicht auf Investitionen in Nachhaltigkeit im Zuge der Wiederaufbaupläne, die dem Planeten und seinen Menschen zugutekommen.

In Südkorea hat die Regierung im Dezember erklärt, dass sie erhebliche Investitionen in sauberere Mobilität anstrebt. Das Land plant, 20 Millionen Ladestationen für Elektrofahrzeuge bis zum Jahr 2050 an den Häusern seiner Bewohner zu installieren, möglicherweise finanziert über einen Klimaschutzfonds. Darüber hinaus will das Land kohlenstofffreie Treibstofftechnologien für Züge und Schiffe einsetzen und sucht nach emissionsfreien Lösungen für den Bau neuer Gebäude.

Berichten zufolge plant Südkorea außerdem, in den Ausbau von grünem Wasserstoff als Kraftstoffquelle zu investieren – eine Gemeinsamkeit mit den europäischen Staaten.  Deutschland beispielsweise hat Mitte vergangenen Jahres 10 Milliarden US-Dollar für die Förderung von Wasserstoff als Teil eines Covid-19-Konjunkturpakets vorgesehen, das auch auf andere Technologien zur Bekämpfung des Klimawandels ausgerichtet ist.