BVI-Research-Leiter

Neu aufgelegte Fonds sind Zufluss-Garanten

Neu aufgelegte Produkte tragen den guten Netto-Absatz offener aktiver Publikumsfonds in den letzten Jahren. Seit Anfang 2018 verzeichneten maximal ein Jahr alte Fonds stabile Zuflüsse zwischen 3,8 und 7,7 Milliarden Euro pro Quartal. Vor dem Hintergrund der schlechten Börsenentwicklung im Jahr 2018, als der Dax über 18 Prozent eingebüßt hat, und des Corona-Einbruchs im März 2020 ist das ein bemerkenswertes Ergebnis.

Ein wesentlicher Grund ist, dass neue Produkte besonders auf aktuelle Anlegerwünsche und Marktthemen zugeschnitten sind. Das gilt zum Beispiel für Nachhaltigkeitsfonds. Von den 846 ISINs, die Ende 2020 mit dem Merkmal „Nachhaltigkeit“ in der BVI-Statistik stehen, wurden 14 Prozent im vergangenen Jahr aufgelegt. Zum Vergleich: Im Schnitt aller offenen Publikumsfonds (ohne ETFs) liegt der Anteil bei 7 Prozent. Auch Aktienfonds, die in China oder den Biotech- und Pharmasektor investieren, wurden häufig erst vor Kurzem lanciert. Bei Rentenfonds fehlt offenbar aufgrund der zementierten Nullzinsen die Perspektive für neue Produkte. Ihr Anteil lag bei nur 6 Prozent.

Das Absatzbild bei den älteren aktiv gemanagten Fonds hat sich dagegen geändert. Flossen bis einschließlich März 2020 regelmäßig Mittel aus ihnen ab, erzielten sie seitdem Netto-Zuflüsse. Sie lagen im zweiten Halbjahr sogar über dem Neugeschäft der jungen Fonds. Dies dürfte auch an den coronabedingt nur 813 neu aufgelegten ISINs im vergangenen Jahr liegen. Das ist fast ein Drittel weniger als 2019. Dennoch blieb das Netto-Mittelaufkommen der älteren Produkte mit 9,7 Milliarden Euro im Jahr 2020 hinter den jüngeren Fonds mit 19,2 Milliarden Euro zurück.

Quelle: BVI


Über den Autor:
Markus Michel ist Leiter des Research beim deutschen Fondsverband BVI.

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