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Appell zur Bundestagswahl Neue Assekuranz Gewerkschaft warnt vor Bürgerversicherung

Unterstützer der Bürgerversicherung bei einer SPD-Wahlkampfveranstaltung 2005
Unterstützer der Bürgerversicherung bei einer SPD-Wahlkampfveranstaltung 2005: Mit einem Appell zur Bundestagswahl warnt die Neue Assekuranz Gewerkschaft davor, dass bei einer Bürgerversicherung viele Jobs in der PKV-Branche bedroht sind. | Foto: Imago Images / Axel Heyder

Bei der Bundestagswahl am 26. September stimmen die Deutschen indirekt auch über die finanzielle Zukunft des Gesundheitssystems ab: Einige Parteien fordern in ihren Wahlprogrammen die so genannte Bürgerversicherung einzuführen. Damit nehmen sie in letzter Konsequenz das Ende der PKV-Vollversicherung in Kauf, erklärt Gaby Mücke, Vorsitzende der Neue Assekuranz Gewerkschaft (NAG).

Gaby Mücke, NAG

Die erste Spezialgewerkschaft für die Interessen der Beschäftigten im privaten Versicherungsgewerbe hierzulande gebe zwar keine direkte Wahlempfehlung ab, weist aber auf ihre Bedenken hin. „In den letzten Monaten haben wir unseren Dialog mit Vertretern der politischen Parteien auch in dieser Frage vertieft“, berichtet Mücke. Ihr Ziel sei es, dabei für die Beschäftigten des Innen- und Außendienstes einzutreten.

„Wir kämpfen solidarisch mit den Beschäftigten und den Betriebsräten der privaten Krankenversicherer um den Erhalt von rund 90.000 Arbeitsplätzen in der Versicherungsbranche, die mit der Einführung einer Bürgerversicherung einhergehen würden“, so Mücke weiter. Zudem gingen mit der Bürgerversicherung erhebliche Verschlechterungen in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung einher, heißt es in einem NAG-Statement.

„Die auch vom DGB und Verdi geforderte Einführung dieser Einheitsversicherung ist argumentativ äußerst schwach hinterlegt“, kritisiert Mücke Teile des Gewerkschaftslagers. „Das duale Gesundheitssystem mit gesetzlicher und privater Krankenversicherung hat seine Stärke in der Corona-Krise bewiesen. Von dem Mehrwert, den die Ärzte bei Privatversicherten erwirtschaften, profitieren auch die gesetzlich Versicherten.“

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