Neue Aufsichtsregeln

Britischen Nachwuchsbankern droht Rausschmiss durch ängstliche Bosse

//
Aufgrund der britischen Vorschriften, deren Ziel eine Stärkung der internen Aufsicht bei Banken ist, könnten Manager aus Eigenschutz heraus präventive Entlassungen von Mitarbeitern vornehmen, die das Unternehmen gefährden könnten, erklärte Jon Gilligan, Partner bei GQ Employment Law, in einer E-Mail. Das könnte seiner Einschätzung nach eine neue Klagewelle wegen ungerechtfertigter Kündigungen nach sich ziehen. Ab März 2016 werden Manager bei britischen Banken von den Aufsichtsbehörden Financial Conduct Authority und Prudential Regulation Authority für Verfehlungen zur Rechenschaft gezogen, die unter ihrer Führung stattfanden. Führungskräfte werden sich daher wahrscheinlich weniger mit dem Leistungsmanagement der sogenannten Junior-Banker befassen, befürchtet Gilligan. „Bankangestellte in Führungspositionen werden ihren Kopf nicht für ein leistungsschwaches Teammitglied hinhalten wollen, das die Bank dem Risiko eines Verstoßes gegen Rechtsvorschriften aussetzt“, erklärte er. „Die Gefahr besteht darin, dass Manager übereilt handeln und dass Klagen wegen ungerechtfertigter oder außerordentlicher Kündigungen folgen werden.“ Die größten Banken in Großbritannien stehen bereits vor einer Menge Arbeitsrechtsklagen wegen der Entlassung von Händlern im Zuge der Untersuchungen von Manipulationen bei Benchmark-Sätzen. Gegen Citigroup, HSBC Holdings, Royal Bank of Scotland, Lloyds Banking Group und Merrill Lynch von Bank of America laufen solche Verfahren oder sind anhängig. „Der Entschluss von FCA und PRA, viel mehr Einzelverantwortung für jegliche Versäumnisse im Bankensektor zu schaffen, wird wahrscheinlich für beträchtlichen Aufruhr in der City sorgen und enorme Spannungen zwischen den leitenden Managern und den Personal- und Rechtsabteilungen der Banken erzeugen“, warnte Gilligan. „Leitende Angestellte werden ein hohes Maß an Klarheit über ihre Verantwortungsbereiche haben wollen und dürften sich neuer Verantwortungen erwehren, wenn sie fürchten, dass ihr Team mit dem Aufseher in einen Konflikt geraten könnte.“

Mehr zum Thema
Kein JobwachstumBritische Finanzfirmen pessimistisch Nach Abschaffung von ProvisionenHonorarberater: "Von 3.000 Kunden blieben 600 übrig" Maklerpool-Chef über Provisionen„Die Verhältnisse in England sind kein Vorbild für den deutschen Markt“