Themen-Experte
Verantwortungsvoll anlegen

ANZEIGE

Themen-Experte
Verantwortungsvoll anlegen

ANZEIGE
Lesedauer: 4 Minuten
ANZEIGE

Europäische Aktien Neue Blue Chips, neue Stärke

Autobahnneubau
Autobahnneubau: Der 750 Milliarden schwere Wiederaufbaufonds dürfte das Vertrauen in den europäischen Markt nachhaltig stärken. | Foto: Imago Images / Harry Koerber
Carsten Roemheld, Fidelity

Die vergangene Dekade war bitter für Anleger, die vornehmlich europäische Aktien im Portfolio hielten. Während US-Börsen seit der großen Finanzkrise ab dem Jahr 2007 Rekorde jagten, war der Aufstieg europäischer Aktien immer wieder von Rückschlägen gekennzeichnet. Unterm Strich hinkt der Kontinent den US-Aktienmärkten deutlich hinterher. 

Das liegt beileibe nicht nur an unterschiedlichen Wachstumsperspektiven dies- und jenseits des Atlantiks. Ein weiterer Grund für die enttäuschende Entwicklung: Zyklische Sektoren sind in europäischen Aktienindizes traditionell besonders hoch gewichtet. Die großen US-Indizes dagegen haben einen klaren Fokus auf Wachstumstitel. 

Hier zeichnet sich in Europa ein interessanter Paradigmenwechsel ab. Die großen Indizes orientieren sich immer stärker weg von Sektoren der Old Economy hin zu einem Mix mit überraschend viel Wachstum. Analysten der Investmentbank Morgan Stanley haben ermittelt, dass beispielsweise der Anteil an Energie- und Finanzwerten im MSCI Europe von 34 Prozent im Jahr 2010 auf derzeit weniger als 20 Prozent geschrumpft ist. Die vier größten Branchen im Index sind inzwischen Pharma, Investitionsgüter, Werkstoffe sowie Nahrungs- und Genussmittel. Gemeinsam stehen sie für rund 40 Prozent der Marktkapitalisierung des MSCI Europe. Im MSCI EMU, der die Wertentwicklung von Konzernen speziell aus der Euro-Zone abbildet, ist der Trend zu mehr Wachstum sogar noch ausgeprägter: Dort nehmen inzwischen Technologie-Aktien doppelt so viel Raum ein wie der Bankensektor. Die Gewichtsverschiebung in den Leit-Indizes ist übrigens nicht geplant – sondern Ergebnis und Anerkennung der deutlich verschobenen Marktkapitalisierung.

EU-Fonds stützt Aktienmärkte

Im Ergebnis macht die Kombination aus schneller wachsenden und weniger konjunktursensitiven Unternehmen Europas Aktienmärkte zusehends attraktiv für Investoren. Tech-Unternehmen aus den USA sind durch den starken Anstieg der vergangenen Dekade sehr teuer geworden. High Tech aus Europa ist demgegenüber preiswerter und bietet Aufholpotenzial. Der defensive Fokus kommt wiederum Investoren zugute, denen der Corona-Schock vom Frühjahr 2020 noch in den Gliedern sitzt. 

Die ersten Anzeichen für ein europäisches Revival im Depot bekamen Investoren in den vergangenen Monaten zu spüren. Exportstarke Unternehmen aus Europa zählten zu den großen Gewinnern des weltweiten Aufschwungs nach den Lockdowns im Winter 2020. Die Erholung der Wirtschaft treibt überdies auch die Kurse von Unternehmen aus zyklischen Sektoren wie Finanzen und Energie. Die sind zwar weniger als früher in den europäischen Indizes vertreten, aber doch noch immer in ansprechender Zahl. 

Schließlich profitiert der Investitionsstandort Europa vom jüngsten Konjunkturprogramm, auf das sich die Staats- und Regierungschefs der EU im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie geeinigt haben. Der 750 Milliarden schwere Wiederaufbaufonds dürfte das Vertrauen in den europäischen Markt nachhaltig stärken. Das sollte über kurz oder lang auch die EU-Aktienmärkte weiter beflügeln.

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Kapitalmarkt-Blog: Kapitalmarktstratege Carsten Roemheld beleuchtet die Finanzmärkte von allen Seiten – auf Basis des Wissens unserer weltweiten Analysten und Investmentexperten. Mehr erfahren

Wichtige Informationen:

Diese Unterlage ist eine Marketinginformation. Eine Anlageentscheidung sollte in jedem Fall auf Grundlage des Kundeninformationsdokuments „Wesentliche Anlegerinformationen“ und des veröffentlichten Verkaufsprospekts, des letzten Geschäftsberichts und – sofern nachfolgend veröffentlicht – des jüngsten Halbjahresberichts getroffen werden. Diese Unterlagen sind die allein verbindliche Grundlage des Kaufs. Anleger in Deutschland können diese Unterlagen kostenlos bei der FIL Investment Services GmbH, Postfach 200237, 60606 Frankfurt am Main, anfordern. FIL Investment Services GmbH veröffentlicht ausschließlich produktbezogene Informationen und erteilt keine Anlageempfehlung. Die im Text genannten Unternehmen dienen nur der Illustration und sind nicht als Kaufs- oder Verkaufsempfehlung zu verstehen. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert. Informationen aus externen Quellen werden hinsichtlich ihrer Richtigkeit oder Vollständigkeit von Fidelity International nicht garantiert. Ebenso haftet Fidelity International nicht für entstandene Verluste aus der Verwendung der Informationen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Indikatoren für zukünftige Erträge. Fidelity International, das Fidelity International Logo und das „F-Symbol“ sind eingetragene Warenzeichen von FIL Limited. FIL steht für FIL Limited (FIL) und ihre jeweiligen Tochtergesellschaften. Herausgeber für Deutschland: FIL Investment Services GmbH, Postfach 200237, 60606 Frankfurt am Main. Stand, soweit nicht anders angegeben: Oktober 2021. MK13102

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.
Mehr zum Thema