Neue Kursstürze an Chinas Aktienmarkt

Das kommt mit dem China-Crash auf hiesige Anleger zu

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Der chinesische Aktienmarkt kommt nicht zur Ruhe. Am heutigen Montag hat es einen neuen Kursverfall gegeben: Der Leitindex Shanghai Composite, der seit Jahresende 2014 eine steile Rally vorgelegt hat,  ist erneut um 8 Prozent eingebrochen und notiert zu Handelsschluss bei 3.903 Zählern. Seit Mitte Juni hat der Index damit rund ein Drittel an Wert verloren. Dem Shenzhen-Composite-Index erging es nicht besser.

Auch das Eingreifen der chinesischen Zentralbank hat keine nachhaltige Wirkung gezeitigt. Die chinesische Regierung hat ein neues Konjunkturprogramm aufgelegt und Handelsbeschränkungen verhängt, um den Kapitalabfluss zu stoppen. Bislang vergeblich. Investmentprofis wie der Schweizer Marktanalyst Marc Faber rechnen mit einem weiteren Niedergang des Shanghai Composite bis auf 3.200 Punkte.

Der UBS-Berater George Magnus rechnet gar mit Einbrüchen von noch einmal 35 Prozent, was den Shanghai Composite um die Hälfte seines Juni-Hochs drücken würde. In diesem Szenario fiele der Index auf 2.500 bis 2.800 Punkte.

Das erwartet die hiesigen Anleger

Welche Konsequenzen hat die China-Talfahrt auf den deutschen Markt – mit welchen Konsequenzen müssen Anleger hierzulande rechnen?

Die Kursturbulenzen in China werden keine schwerwiegenden Folgen nach sich ziehen, nicht einmal in China, heißt es im aktuellen Kapitalmarktausblick des Bankhauses Metzler. Da die chinesischen Haushalte nur 6 bis 7 Prozent ihres Vermögens in Aktien halten, Bankeinlagen und Bargeld einen erheblich größeren Anteil haben und selbst chinesische Unternehmen kaum den Aktienmarkt zur Unternehmensfinanzierung nutzten, hielten sich die Folgen in Grenzen, so die Metzler-Analysten.

Gemäß Ruchir Sharma, Schwellenländer-Chef bei Morgan Stanley, wird eine anhaltende Talfahrt in China weltweit gravierende Auswirkungen haben. Das Weltwirtschaftswachstum könnte unter 2 Prozent fallen. Das bekämen auch die Europäer massiv zu spüren. „Die nächste globale Rezession ist made in China“, so  der Emerging-Markets-Experte.

Analysten der Bundesbank warnen vor einer markanten Abschwächung des Wachstums auch in Deutschland. Ausschlaggebend seien die engen Handelsbeziehungen zu China, heißt es im aktuellen Monatsbericht. Konkret könne es den deutschen Bau- und Immobiliensektor hart treffen. Bei einem längerfristigen Abschwung drohten hier Kreditausfälle und beslateten das Finanzsystem, so die Bundesbank.

Ein drastischer Rückgang des chinesischen Konsums würde auch den deutschen Export in Mitleidenschaft ziehen. Außerdem würde die Investitionsdynamik einbrechen: Gerade Investitionsgüter seien bei den China-Exporten von Bedeutung. Im Falle eines anhaltenden Abschwungs würde die chinesische Investitionsnachfrage einbrechen und sich negativ auf den deutschen Markt auswirken.

Im Falle eines nachhaltigen Konjunktureinbruchs in China könne es schlimmstenfalls zu politischen und sozialen Spannungen kommen. Diese hat die Simulation der Bundesbank-Analysten nach eigenen Angaben noch gänzlich außen vor gelassen.