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Franklin TempletonLesedauer: 4 Minuten
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Infrastruktur und der Weg zur Klimaneutralität Neue Rendite- und Cashflow-Profile für Anleger

Ministerbesuch in einem Windpark in Brandenburg
Ministerbesuch in einem Windpark in Brandenburg: Der ökologische Umbau sorgt in Infrastruktursektoren für Disruption – und damit für Anlagechancen. | Foto: imago images / photothek

Stromversorger lassen sich grob in drei Teilsektoren einteilen: Erzeuger, Übertragungs- und Verteilungsnetzbetreiber (Ü&V) sowie Endkundenversorger. Produzenten und Ü&V-Unternehmen spielen bei der Erreichung von Klimaneutralität die wichtigste Rolle.

Erzeuger bauen erneuerbare Energiequellen immer weiter aus

Während der vergangenen zehn Jahre haben sich die Investitionen von Stromerzeugern zunehmend auf die Ausweitung der Kapazitäten von erneuerbaren Energien konzentriert, was vor allem der entsprechenden Förderpolitik zu verdanken war.

Wurden vor dem Jahr 2010 jährlich weniger als 100 GW an zusätzlichen erneuerbaren Energiekapazitäten geschaffen, hatte sich bis 2019 der Zuwachs auf rund 200 GW pro Jahr beschleunigt. Gleichzeitig legten Energieversorger immer mehr Wärme- und Kernkraftwerke still. Der sich ändernde Erzeugungs- und Kapazitätsmix dieser Unternehmen ist die entscheidende Triebfeder für die Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen.

Interessant ist hier der Blick nach China: Die großen staatlichen Energieversorger als größte Treibhausgasemittenten haben in den vergangenen zehn Jahren ihre Wind- und Solarkapazitäten sehr viel schneller ausgebaut als ihre Kohlekraftwerke, nachdem die Regierung das Ziel vorgegeben hat, sowohl die Abhängigkeit von Kohle als auch die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Dementsprechend sank der Anteil der Kohleverstromung an der Gesamtkapazität Chinas von 67 Prozent im Jahr 2010 auf 49 Prozent im Jahr 2020. Seit 2020 weist China bereits die umfangreichsten Wind- und Solarkapazitäten weltweit auf – sowohl im Hinblick auf den jährlichen Zubau als auch in Bezug auf die bestehenden Anlagen insgesamt.

Ü&V müssen sich auf schwankendes Stromangebot einstellen

Akteure im Bereich Übertragungs- und Verteilungsnetze (Ü&V) investieren verstärkt in Speicher, Digitalisierung, flexibles Nachfragemanagement und die Einführung intelligenter Zähler, um angesichts der zunehmenden Nutzung erneuerbarer Energien die wachsenden Herausforderungen im Hinblick auf Netzstabilität und -flexibilität zu meistern. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA) hatten Solar- und Windenergie im Jahr 2019 einen Anteil von 10 Prozent an der gesamten globalen Stromerzeugung, verglichen mit weniger als 5 Prozent im Jahr 2015.

Strom soll bis 2050 zum Hauptenergieträger werden

Es ist davon auszugehen, dass sich diese Trends bei den Stromversorgern bis 2050 mit zunehmender Geschwindigkeit fortsetzen. Laut IRENA soll Strom bis 2050 zum Hauptenergieträger werden und etwa 51 Prozent des Verbrauchs ausmachen, gegenüber 21 Prozent im Jahr 2018 und erwarteten 30 Prozent im Jahr 2030. Erneuerbare Energien, Elektrifizierung und Energieeffizienz bilden die wichtigsten Säulen dieser Energiewende. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung könnte bis 2050 von derzeit 25 Prozent auf bis zu 90 Prozent steigen.

Die Übertragungsnetze entwickeln sich stetig weiter und werden flexibler, um den rasch zunehmenden variablen Anteil erneuerbarer Energien zu bewältigen. Die Zunahme neuer Energienachfrage durch E-Autos und Wärmepumpen macht verstärkte Investitionen in Stromverteilungsnetze und -speicherkapazitäten erforderlich.

Um den zukünftigen Strombedarf zu decken, prognostiziert IRENA für den Zeitraum von 2021 bis 2050 kumulierte Investitionen seitens der Erzeuger und Ü&V-Unternehmen in Höhe von 130 Billionen US-Dollar. Dies entspricht einem Kostenaufwand von 4,4 Billionen US-Dollar pro Jahr, wovon 26 Prozent auf erneuerbare Energien und 22 Prozent auf Elektrifizierung und Infrastruktur entfallen.

In den USA, um ein weiteres Beispiel zu nennen, verursacht der Stromerzeugungssektor 31 Prozent der gesamten energiebezogenen CO2-Emissionen. Seit der Unterzeichnung des Pariser Abkommens im Jahr 2016 lässt sich in diesem Sektor jedoch eine rasante Aufwertung ökologischer Verfahren zur Stromerzeugung feststellen: Die meisten Unternehmen haben sich Emissionsziele gesetzt und schwenken von der Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern zu erneuerbaren Energien um.

Versorgungssektor vor großen Herausforderungen

Die Technologien für Wind- und -Solaranlagen werden immer ausgereifter und kostengünstiger. Trotz des Wegfalls von Subventionen gehen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Errichtung der Anlagen zurück. Die Rendite- und Cashflow-Profile, von denen Anleger profitieren können, sind daher relativ gut prognostizierbar.

Eine große Herausforderung besteht für die Energieversorger allerdings weiter: Vor dem Hintergrund des starken Ausbaus erneuerbarer Energien müssen sie für stabile Netze sorgen, weil die Grundlastversorgung zunehmend durch erneuerbare Energiequellen mit schwankendem Stromangebot gewährleistet wird.

Weitere Fallbeispiele zu Schienenverkehr, Energieinfrastruktur und Luftfahrt lesen Sie hier.

Wichtige rechtliche Hinweise:

Diese Unterlage soll ausschließlich allgemeinem Interesse dienen und ist nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers oder zur Übernahme einer Anlagestrategie zu verstehen. Sie stellt auch keine Rechts- oder Steuerberatung dar.

Die in diesem Dokument enthaltenen Meinungen, Aussagen und Analysen geben die aktuelle Einschätzung zum Erscheinungsdatum (oder in einigen Fällen zu einem bestimmten Datum) wieder und können sich jederzeit ohne Vorankündigung ändern. Die vorliegenden Informationen stellen keine vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region oder einen Markt dar.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.
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