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Die Deutsche Bank erlebt die größte Umstrukturierung seit Jahren (Foto: Getty Images)

Die Deutsche Bank erlebt die größte Umstrukturierung seit Jahren (Foto: Getty Images)

Neuer Chef von Blackrock

Deutsche Bank krempelt auch das Fondsgeschäft um

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Die Deutsche Bank hat eine grundlegende Veränderung ihrer Konzern- und Führungsstruktur beschlossen. Michele Faissola, Chef Deutsche Asset & Wealth Management (Deutsche AWM), und Colin Fan, Co-Chef des Investmentbankings, verlieren mit anderen Top-Managern ihre Posten, teilte das Unternehmen mit. Zudem werden Konzernsparten wie die Deutsche AWM und das Investmentbanking neu strukturiert. Demnach wird die Betreuung vermögender Kunden aus dem Asset & Wealth Management herausgelöst und ins Privatkundengeschäft übertragen. Leiter des Privatkundengeschäfts bleibt Christian Sewing, der den Bereich erst im Sommer übernommen hatte. Die Vermögensverwaltungssparte wird in Deutsche Asset Management umbenannt und soll sich künftig nur noch um institutionelle Kunden und das Fondsgeschäft kümmern. Ab 1. Januar übernimmt Quintin Price die Führung bei der Deutschen Asset Management. Price kommt vom Vermögensverwalter Blackrock, wo er den Bereich „Alpha Strategies“ geleitet hat. Der bisherige Chef der Deutschen AWM, Faissola, wird nach einer Übergangszeit das Unternehmen verlassen. Aufspaltung des Investmentbankings
Auch die Sparte Investmentbanking, offizielle Corporate Banking & Securities (CB&S) genannt, wird umgebaut. Ab Januar gibt es ein neues Segment namens "Unternehmenskunden- und Investmentbank", das neben der Unternehmensfinanzierung auch das Zahlungsverkehrsgeschäft umfasst. Die Leitung dieses neuen Segments übernimmt Jeff Urwin, der bisher Co-Chef von CB&S war. Der zweite Co-Chef von CB&S, Colin Fan, verlässt mit sofortiger Wirkung die Bank. Der von ihm verantwortete Wertpapierhandel landet in einem zweiten neuen Segment, Globale Märkte. Die Führung übernimmt Garth Ritchie, der bisher nur den Aktienhandel verantwortet hat. Größter Umbau seit über einem Jahrzehnt Damit nimmt John Cryan, Co-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, den umfassendsten Umbau der Geschäftsführung der Bank seit über einem Jahrzehnt vor. Cryan, trat im Juli die Nachfolge von Anshu Jain an, nachdem steigende Rechtskosten und eine schärfere Regulierung die Ertragskraft des Instituts beeinträchtigt und das Vertrauen der Investoren erschüttert hatten. Mit den Umbesetzungen dürfte es Cryan leichter fallen, die Bank neu aufzustellen und die Beziehungen zu den Regulierern zu entspannen. Wegen Manipulierung wichtiger Zinssätze hat die Deutsche Bank in Vergleichen mit amerikanischen und britischen Stellen Zahlungen in der Rekordhöhe von 2,5 Milliarden Dollar geleistet. „John versucht, eine Bank nach seinen Vorstellungen zu schaffen und die Leute, die gehen, sind Leute, die sie nach Anshu’s Vorstellungen aufgebaut haben“, sagte Christopher Wheeler, Bankenanalyst bei Atlantic Equities LLP in London. „Es ist ein wegweisender Augenblick beim Wiederaufbau der Deutschen Bank.“

Sieben Jahre nach der Finanzkrise tun sich die großen europäischen Kreditinstitute schwer, sich an höhere Kapitalanforderungen, ein niedriges Zinsniveau und überschaubare Wachstumschancen anzupassen. Erweiterter Vorstand wird abgeschafft Im Rahmen ihrer Neuaufstellung schafft die Deutsche Bank den 19-köpfigen erweiterten Vorstand, das sogenannte Group Executive Committee, sowie zehn ihrer derzeit 16 Vorstandsausschüsse ab. „Wir wollen eine besser kontrollierte, kosteneffizientere und stärker fokussierte Bank schaffen“, wurde Cryan in einer Mitteilung zitiert. Am Donnerstag kommender Woche will er seine Strategie zum Kostenabbau und zur Steigerung der Ertragskraft vorstellen. „Eine derartig grundlegende Reorganisation hat es selten zuvor in der Geschichte der Deutschen Bank gegeben“, sagte Aufsichtsratschef Paul Achleitner laut Mitteilung. „Das geht nicht ohne Härten einher.“

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