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Studie von Allianz Global Investors Neuer Dividendenrekord: Was Analysten für 2023 voraussagen

Blick über Paris mit dem europäischen Wahrzeichen Eiffelturm
Blick über Paris mit dem europäischen Wahrzeichen Eiffelturm | Foto: imago images/Westend61

Trotz Ukrainekrieg, Verwerfungen an den Energiemärkten und Inflation: Anleger können sich 2023 auf rekordhohe Dividenden freuen. Die Fondsgesellschaft Allianz Global Investors, Asset Manager des Versicherungskonzerns Allianz, prognostiziert, dass europäische Unternehmen  im laufenden Jahr um 1 Prozent höhere Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten könnten als 2022. Im vergangenen Jahr zahlten die Unternehmen des Aktienindex MSCI Europe 382 Milliarden Euro an ihre Aktionäre. 2023 dürften es bereits 387 Milliarden Euro werden, rechnet man bei AGI – ein neues Allzeithoch.

„In einem wirtschaftlich und geopolitisch herausfordernden Jahr 2022 haben sich die Unternehmensgewinne in der Breite gut gehalten“, kommentiert Jörg de Vries-Hippen, Investmentchef für europäische Aktien bei AGI. Viele Unternehmen verfolgten auch aktiv das Ziel, mindestens stabile oder sogar stetig steigende Dividenden auszuzahlen. 
Laut einer aktuellen AGI-Untersuchung verzeichneten viele europäische Länder 2022 erneut einen Anstieg der Dividendenrendite – nachdem diese in den Vorjahren stetig gesunken war. Die Dividendenrendite beschreibt das Verhältnis zwischen der Dividende und dem Kurs einer Aktie. 

 

Laut AGI erhöhte sich die Dividendenrendite bei Unternehmen aus Deutschland und Frankreich von zuvor jeweils rund 2,25 auf rund 3,5 beziehungsweise auf 3 Prozent. In Italien und Spanien stieg sie von knapp 3 auf 5 beziehungsweise 4 Prozent. 
Dabei spielte allerdings auch eine Rolle, dass vielerorts die Aktienkurse 2022 zurückgingen. Denn bleiben die Ausschüttungen bei sinkendem Aktienkurs gleich, erhöht sich damit die Dividendenrendite. 

Bei AGI stellte man ebenfalls fest: In allen genannten Ländern übertraf die Dividendenrendite weiterhin deutlich die Nominalrenditen 10-jähriger Staatsanleihen. Diese gelten gemeinhin als Gradmesser für die Attraktivität des Anleihemarktes. Aktien haben demnach trotz der jüngsten Zinserhöhungen durch die EZB die Nase vor Anleihen vorn. 

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Mit der optimistische Prognose stehen die AGI-Analysten keineswegs allein da: Beim Sparkassen-Vermögensverwalter Dekabank hatte man schon zu Jahresbeginn eine Dividendenprognose für die Dax-Unternehmen abgegeben. Allein die 40 Unternehmen der ersten deutschen Börsenliga könnten 2023 knapp 55 Milliarden Euro ausschütten, hieß es dort. Deutlich höhere Dividenden als im Vorjahr erwarten die Deka-Analysten auch bei den M-Dax-Unternehmen.

Dividenden sorgen für stabile Aktiendepots

Angesichts der jüngsten Studienergebnisse von AGI erinnert Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Allianz-Tochter: „Dividenden verleihen vielen Aktiendepots Stabilität, vor allem in Jahren mit negativer Kursentwicklung – wie 2022.“ Aktien von Unternehmen, die ihren Aktionären Dividenden zahlten, seien zudem im Durchschnitt weniger schwankungsanfällig. Gemessen am breiten europäischen Aktienmarkt falle der Unterschied bei der Volatilität – immerhin 10 Prozentpunkte – sogar sehr deutlich aus.

Gerade in der Langfrist-Betrachtung steuern Dividenden demnach einen erheblichen Teil zum Anlageergebnis bei. Anhand von 25-Jahres-Zeiträume zwischen den Jahren 1978 bis 2022 hat man bei AGI ermittelt: In Europa lassen sich immerhin fast 35 Prozent der gesamten Aktienerträge auf Dividenden zurückzuführen. 

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