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Neues Gesetz Chips Plus „Ein weiterer Baustein der Deglobalisierung“

Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, unterzeichnet den Gesetzesentwurf für Chips Plus
Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, unterzeichnet den Gesetzesentwurf für Chips Plus: Das Gesetz soll die inländische Halbleiterproduktion subventionieren und Milliarden in wissenschaftliche und technologische Innovationen investieren. | Foto: Imago Images / UPI Photo

Neben den Energiewerten haben die Anleger in der vergangenen Zeit vor allem Techaktien und hier insbesondere die Hersteller von Halbleitern fokussiert. In kaum einem anderen Bereich gab es in jüngster Zeit mehr Bewegung als bei den Chips. Ohne Halbleiter geht heutzutage kaum noch etwas. Sie stecken fast überall drin, in Smartphones, Waschmaschinen, medizinischen Geräten oder auch in Autos.

Seit geraumer Zeit sind Chips knapp. Das haben vor allem die Autohersteller zu spüren bekommen. Zudem besteht eine starke Abhängigkeit von Produzenten in Asien. Taiwan kommt dabei eine entscheidende Rolle zu, denn von hier stammt mit der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) der nach Intel und Samsung drittgrößte Halbleiterhersteller der Welt und der weltweit größte unabhängige Auftragsfertiger für Halbleiterprodukte. Auch das macht die Spannungen zwischen China und Taiwan wirtschaftlich so brisant.

 

Ausbau der eigenen Produktion

Vor diesem Hintergrund wollen vor allem sowohl China als auch die USA ihre Halbleiterindustrie spürbar ausbauen – ein weiterer Baustein der schon länger laufenden Deglobalisierung. Vor Kurzem hat der amerikanische Senat dem Gesetz zur Förderung der Chip-Produktion in den USA, auch Chips Plus genannt, zugestimmt. Mit Widerstand im Repräsentantenhaus ist kaum zu rechnen.

Ziel von Chips Plus ist es, die heimische Halbleiterindustrie zu stärken und dadurch die Abhängigkeit von Importen aus Asien zu reduzieren. Anfang der 90er-Jahre belief sich der Anteil amerikanischer Hersteller am Weltmarkt für Chips noch auf 37 Prozent. Mittlerweile liegt er nur noch bei rund 10 Prozent. Hier will US-Präsident Joe Biden gegensteuern.

An den Aktienmärkten haben Halbleiterwerte seit ihren Hochs Anfang des Jahres 2020 um durchschnittlich 40 Prozent an Wert verloren und notieren tiefer als während des Coronacrashs. Zuletzt gab es allerdings eine gewisse Gegenbewegung. Kurzfristig haben die Aktien von Intel, Nvidia und Co. mit spürbaren Kursgewinnen auf Chips Plus reagiert. Entscheidend ist nun, ob es sich bei dem amerikanischen Halbleiter-Gesetz um einen Gamechanger handelt, oder ob die konjunkturellen Risiken der ausgesprochen zyklischen Branche überwiegen.

Apple als Blaupause

In den vergangenen Jahren hat vor allem in der US-Halbleiterindustrie das sogenannte fabriklose Modell enorm an Bedeutung gewonnen. Die amerikanischen Hersteller wie Qualcomm, Broadcom oder Nvidia konzentrieren sich mittlerweile vor allem auf das Design der Chips. Hier sind sie weiter weltweit führend.

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