Kolumnist Sebastian Heithoff Neuromarketing ist der Turbo für die eigene Positionierung
Per Autopilot durchs Leben gleiten
Verhaltensforschung und das aus ihr abgeleitete Neuromarketing konnten belegen, dass wir eine Vielzahl (90+ Prozent) unserer Entscheidungen nicht willentlich und wissentlich treffen, sondern unser Gehirn (Unterbewusstsein) – stark gesteuert durch unser limbisches System – die Entscheidungen für uns trifft. Um uns nicht zu überfordern, um Reizwirkungen abzumildern und uns generell viele Dinge einfach einfacher zu machen.
Ein Beispiel gefällig? Gut: Glauben Sie, Sie entscheiden selbst, ob Ihnen ein spontan in der Straßenbahn begegnender Mensch sympathisch ist oder nicht? Die Antwort: Nein, das tun Sie nicht. Denn das macht unser Gehirn für uns – durch abgespeicherte Erfahrungen, Werte, Gefühle und dergleichen mehr.
Vieles im Alltag passiert „einfach so“
So passiert in unserem Alltag enorm viel zwar „einfach so“, doch es wird von unserem Gehirn eben fix „in Schubladen gepackt“ und kaum ins Bewusstsein gelassen, wir tun einfach, was wir tun. Weil wir so sind, wie wir eben sind. Und wie wir sind, dies zu erfassen, dafür gibt es die unterschiedlichsten Modelle, von Structogramm, DISG, Insights MDI bis Enneagramm oder Myers-Briggs.
Zwar ist der menschliche Gehirn überaus komplex – dennoch lassen sich bestimmte Muster clustern und dadurch kategorisieren. Und wer weiß, wie bestimmte Menschentypen denken, fühlen und handeln, kann diese (ihre Autopiloten) gezielt ansprechen und auch beeinflussen.
Man braucht nur am Anfang ein Konzept
Eine auf Neuromarketing basierende Ausspielung von differenten Landingpages etwa, kann auf Basis der (entweder vermuteten oder durch Messungen belegten) Annahmen für verschiedene „Typen“ unterschiedlich aufgebaut sein: Viel oder wenig Text, viele oder wenige Bilder, Familien-Motive oder Status-Symbole, Video oder kein Video (lang oder kurz) und noch viele weitere Dinge mehr.
Diese individuelle Anpassung, Personalisierung genannt, kann man heute längst automatisieren. Man braucht nur am Anfang einmal ein Kommunikationskonzept, der Rest wird durch einen Algorithmus erledigt.
