Newton-Manager Paul Flood „Wir bevorzugen Spirituosen“

Oktoberfest 2018 in München: Dort setzen die Besucher zuvorderst auf Bier | © Getty Images

Oktoberfest 2018 in München: Dort setzen die Besucher zuvorderst auf Bier Foto: Getty Images

Der weltweite Biermarkt ist stark konzentriert: Die fünf führenden Brauereien stellen 50 Prozent des weltweiten Volumens her und erzielen 65 Prozent der Gewinne. In den westlichen Nationen haben demographische und strukturelle Änderungen in den letzten Jahren dazu geführt, dass der Bierkonsum stagniert. Nicht nur sinkt der Anteil jüngerer Verbraucher insgesamt, sondern diese trinken auch weniger Alkohol als die Generation ihrer Eltern oder Großeltern.

Bier mit Potenzial

Doch es gibt auch Wachstumsfelder: Hochpreisige Craft-Biere, Biersorten mit weniger oder ohne Alkohol sowie aromatisierte Malzgetränke werden immer beliebter – nicht nur in der westlichen Welt, sondern auch in den Schwellenländern. Die Folge: Die Bewertung dieses Sektors ist gestiegen, obwohl das Volumen stabil geblieben ist. Und sobald sich die Wirtschaft der Schwellenländer wieder erholt, dürfte der dort noch vergleichsweise niedrige Pro-Kopf-Verbrauch von Bier deutlich ansteigen und die Wachstumsaussichten der Branche beflügeln.

Dennoch: Als Investmentmöglichkeit bevorzugen wir Spirituosen. Im Gegensatz zu Bier ist der Spirituosenmarkt trotz einer deutlichen Konsolidierung in den letzten Jahrzehnten immer noch relativ fragmentiert. Spirituosen bieten aus unserer Sicht ein höheres Umsatzwachstum bei besserer Qualität, und der Absatz wächst sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern.

Hinzu kommt, dass die Preisstaffelung von Spirituosen viel ausgeprägter ist. Ein Beispiel: In einigen afrikanischen Märkten kostet die gleiche Menge eines lokalen Schnapses ein Drittel eines Bieres. Ein seltener Remy Martin Louis XIII Jeroboam mit 3 Litern kann dagegen bis zu 100.000 US-Dollar erzielen.

Diageo glänzt

Vor dem Hintergrund des geringen Pro-Kopf-Verbrauchs internationaler Spirituosenmarken in Schwellenländern erwarten wir, dass die Wachstumschancen – sowohl auf den Konsum als auch auf die Bewertung der Industrie bezogen – entsprechend groß sind. Aus unserer Sicht ist beispielsweise Diageo, der weltweit führende Spirituosenhersteller, durch seine globale Präsenz und die Preisgestaltung seines breiten Produktangebots sehr gut positioniert.

Autor Paul Flood arbeitet bei Newton, einer Boutique von BNY Mellon Investment Management, und managt den BNY Mellon Global Multi Asset Income.