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Next Funds Nikkei 225 Leveraged Index

Weltgrößter gehebelter ETF stürzt ab

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Seit Mitte August haben Investoren die Rekordsumme von 4,5 Mrd. Dollar in den Next Funds Nikkei 225 Leveraged Index ETF fließen lassen. Der Fonds ist so angelegt, dass er doppelt so stark steigt oder fällt wie der gleichnamige Index. Für Investoren bedeutet das hohe Verluste - schließlich ist der Fonds in dem Zeitraum um etwa 20 Prozent gesunken.

Es ist der größte Fonds seiner Art in der Welt. Inzwischen hat er eine solche Größe erreicht, dass er den gesamten Aktienmarkt beeinflussen kann, heißt es in einer Analyse von BNP Paribas Investment Partners Ltd.

"Sie decken einen größeren Teil des Marktes ab", sagt Tony Glove, Chef für Investment-Management bei BNP Paribas Investment Partners Japan. "Volatile Märkte sind keine gute Nachricht angesichts zunehmender Intraday-Ausschläge. Die Fonds ist ein entscheidender Faktor, der dahinter steht."

Beliebter als Toyota 

Der Fonds ist bei Händlern inzwischen populärer als etwa Toyota Motor Corp., Japans größter Autohersteller. Der durchschnittliche Umsatz pro Tag für den ETF lag in den vergangenen beiden Monaten bei rund 250 Mrd. Yen - das Dreifache von Toyota

Investoren haben in den vergangenen acht Wochen netto 544 Mrd. Yen in den gehebelten ETFgesteckt. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres waren 61 Mrd. Yen in den Fonds geflossen, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht. Japanische Aktien hatten von Optimismus zu den Unternehmensgewinnen und besserer Unternehmensführung bei den Firmen des Landes profitiert.

Die Zuflüsse kommen hauptsächlich von inländischen Investoren, ist von Brokern zu hören.

Handel kurz vor Börsenschluss 

Nomura Asset Management Co., das Unternehmen hinter dem ETF, nutzt Nikkei-225-Futures, um das Doppelte der täglichen Bewegung des zu Grunde liegenden Aktienindexes abzubilden. Ein Großteil des Handels findet dabei in der Regel kurz vor Börsenschluss statt. Wie alle anderen gehebelten Fonds auch muss der ETF zukaufen, wenn der Markt steigt und verkaufen, wenn der Markt fällt.

"Beim Blick auf die Aufträge in der Vergangenheit beobachten wir in der Tendenz konträres Anlegen", erklärt Tomohisa Hanabata, führender Manager bei Nomura Asset Management. "Wenn der Index steigt, dann sehen wir Aufträge für Abzüge. Wir können nicht sagen, dass wir - nur weil der Markt steigt - mehr und mehr kaufen müssen."

Seinen Worten zufolge ist sich Nomura der Tatsache bewusst, dass das Unternehmen den größten gehebelten ETF verwaltet.

In der vergangenen Woche schoss der ETF um 8,2 Prozent nach oben. Es war der größte Zugewinn auf Wochensicht seit dem Juli dieses Jahres.

Angesichts der Unsicherheit zu den Konjunkturdaten aus China und zum Zinsanstieg in den USA haben Klein-Investoren es aufgegeben, die langfristige Richtung des Marktes zu prognostizieren - sie versuchen einfach nur, einen schnellen Gewinn zu machen, sagt Marktstratege Ayako Sera von Sumitomo Mitsui Trust Bank Ltd. in Tokio.

"Wenn man nicht weit in die Zukunft blicken kann, ist es einfacher, kurzfristige Erträge hiermit zu machen", sagt er.

Makoto Shiota, Chef für ETF-Marketing bei Nomura Securities Co., ist da etwas optimistischer. Die Beliebtheit des ETF zeigt seiner Meinung nach, dass private Investoren in Japan sich sicher sind, dass der Markt einen Boden gefunden hat.

In der vergangenen Woche hatte der Nikkei 225 bei 18.438,67 Punkten geschlossen - zwölf Prozent unter dem Höchststand im bisherigen Jahresverlauf. Shiota: "Sie sagen sich, dass es für den Nikkei 225 nicht allzu schwer sein sollte, die Marke von 20.000 Punkten wieder zu erreichen".

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