Barbara Bocks

NFT-Expertin Uta Tschentscher im Interview „Für NFTs muss man schon ein Spielkind oder Sammler:in sein“

NFT-Galeristin Uta Tschentscher im Interview
NFT-Galeristin Uta Tschentscher im Interview: „Viele denken bei NFTs vor allem an Kunst. Es gibt sie aber auch in anderen Formen, wie etwa Eintrittskarten oder Zertifikate für Kurse und Gutscheine.“
© Barbara Bocks, Collage mit Canva
ARTIKEL-INHALT
Seite 1 - „In meiner Wallet landen oftmals auch Airdrops, die ich nicht gekauft habe.“
Seite 2 - „Viele dachten, dass die Wallet auf dem iPhone auch eine Kryptowallet ist.“ Seite 3 - „Viele hoffen, dass das unausgepackte NFT später mehr wert ist.“ Seite 4 - „Mit 10.000 Euro würde ich mir einen Augmented-Reality-NFT kaufen.“

DAS INVESTMENT Academy: Wie bist du in den NFT-Kosmos geraten?

Uta Tschentscher: Mein Interesse an NFTs ist durch eine Blockchain-Fortbildung aufgekommen. Ich habe einen Kurs bei Elisa Albrecht von Femme Capital gemacht und war gleich völlig begeistert. Ich habe dann überlegt, wie ich mit diesem ganzen neuen Wissen auch selbst Geld verdienen könnte und begonnen, NFT-Coachings für Künstlerinnen anzubieten.

Was erklärst du Künstler:innen zum Thema NFTs in deinen Coachings?

Uta: Ich biete Künstlerinnen Schulungen zum Umgang mit NFT an und vor allem Beratungen zum Thema Anti-Scam. Alle Künstlerinnen, die bei Instagram ihre Kunst anbieten, bekommen Scam-Anfragen, bei denen Kunden ihre Kunst als NFT kaufen wollen.

Es wird aber entweder ein Marktplatz vorgeschlagen, den es gar nicht gibt oder man soll im Vorfeld erstmal eine gewisse Summe als Transaktionsgebühr bezahlen. Das ist eine klassische Betrugsmasche in den sozialen Netzwerken.

Bei 99 Prozent dieser Anfragen an Künstler:innen handelt es sich schlicht um Betrug. Das ist aber für Laien, die nicht wissen, was ein NFT ist, und wie der Handel damit für funktioniert, schwer nachzuvollziehen.

 

Leute, die NFTs kaufen wollen, schauen sich auf den Marktplätzen um, was es gibt oder fragen die Künstler:innen direkt, auf welchen Marktplätzen sie vertreten sind. Das ist das übliche Prozedere. Das wissen aber nicht alle Künstler:innen.

Was war dein erstes NFT, das du dir gekauft hast?

Uta: Mein erstes NFT war tatsächlich das Trion Fractal, das ich auch als Logo für Non-Fungible-Female benutze. Das Projekt Fractal beschäftigt sich vor allem mit Gaming, produziert aber auch NFTs.

NFTs: durch Teilnahme am Discord-Server für Airdrops qualifizieren

Als ich mit NFTs angefangen habe, habe ich auch oftmals geschaut, dass ich mich für Airdrops qualifiziere, also kostenlose NFTs, die an bestimmte Voraussetzungen geknüpft sind wie die Teilnahme an einem bestimmten Discord-Server. 

Und wie viele NFTs besitzt du mittlerweile?

Uta: Oh, einige... Tatsächlich genieße ich gerade den Bärenmarkt und kaufe dort so Einiges günstiger als noch vor zwei Jahren.

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Ich habe aber keinen dieser berühmten gelangweilten Affen gekauft. Hätte ich sehr gerne, aber als ich dort eingestiegen bin, waren die Preise schon so hoch, dass mir das zu teuer war.

Insgesamt besitze ich 30 bis 40 NFTs.

 

Viele denken bei NFTs vor allem an Kunst. Es gibt sie aber auch in anderen Formen wie Eintrittskarten oder Zertifikate für Kurse und Gutscheine. Die gehören bei meinen auch dazu. In meiner Wallet landen oftmals auch Airdrops, die ich nicht gekauft habe. Wirklich gekauft habe ich von allen NFTs vielleicht zehn.

Wonach wählst du die NFTs aus, die du dir kaufst?

Uta: Ich wähle meine NFTs nach Kunstaspekten aus. Ich kaufe selten Profilbilder. Ich kaufe nur die, die mir gefallen, rein nach meinem Geschmack oder die, die individuell für mich angefertigt wurden, wie die Chippis von Perchy oder ein Alien von noizybutpurple.

Man kann natürlich auch NFTs nach ihrem möglichen Marktwert kaufen und überlegen, welche Kollektion bald durch die Decke gehen wird. Für mich hat diese Art des Flippens auf dem Kunstmarkt aber nichts zu suchen. Diese Art des Kaufens und Verkaufens sollten Leute lieber mit Aktien machen.

Ich finde es schön, wenn die Künstler:innen Geld bekommen und bekannter werden.

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