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Ipsos-Studie Nicht nur für Todesfall: Warum mehr Menschen ihre Kredite absichern

Paar rechnet
Paar rechnet: Nicht nur für den Todesfall wollen viele Menschen ihre Kredite absichern. | Foto: Pexels / Mikhail Nilov

Bankkunden sichern rund 30 Prozent ihrer Konsumkredite mit einer Restkreditversicherung ab. Zu diesem Ergebnis kommt das Forschungsinstitut Ipsos in seiner aktuellen Studie im Auftrag des Bankenfachverbands. In den Vorjahren lag dieser Wert bei 27 respektive 23 Prozent. Der Höchstwert der letzten zwölf Jahre lag bei 32 Prozent.

„Restkreditversicherungen bieten Schutz vor Zahlungsproblemen und sind ein wichtiges Mittel der Überschuldungsprävention, gerade in Zeiten der Pandemie“, sagt dazu Jens Loa, Geschäftsführer des Bankenfachverbands.

Kreditabsicherung für Todesfall ist am beliebtesten

Mit Restschuldpolicen sichern Bankkunden laut Ipsos-Studie folgende Risiken ab:

  1. Tod (93 Prozent)
  2. Arbeitsunfähigkeit (74 Prozent)
  3. Arbeitslosigkeit (69 Prozent)
  4. Scheidung (5 Prozent)

Der Inhalt der Policen weicht jedoch ab von den tatsächlichen Bedürfnissen der Kunden.

Kreditnehmer sehen Scheidung als größtes Risiko

21 Prozent halten die Absicherung für den Scheidungsfall für (sehr) sinnvoll. Eine Sicherheit für den Todesfall erachten 51 Prozent als (sehr) sinnvoll.

Quelle: Ipsos

Dennoch wächst die Zufriedenheit mit der Kreditabsicherung

78 Prozent der Versicherten sind mit ihr zufrieden oder sehr zufrieden – ein neuer Höchstwert. Das entspricht einem Plus von 22 Prozentpunkten im Vergleich zu 2015. Gleichzeitig sieht die Mehrheit der Verbraucher die Banken in der Pflicht, über mögliche Risiken während der Laufzeit zu informieren. 70 Prozent erwarten, dass Banken bereits beim Abschluss eines Kredits alles darüber erzählen, welche Möglichkeiten es gibt, Kredite abzusichern. „Die Studie zeigt, dass eine große Mehrheit der Verbraucher die Absicherungsmöglichkeiten der Restkreditversicherung als wichtig erachten und beim Kreditabschluss über die verschiedenen Möglichkeiten der Risikoabsicherung informiert werden möchten“, ergänzt Loa.

Wie lässt sich ein Kredit absichern?

Die Restkreditversicherung ist ein Zusatzprodukt, das meist zusammen mit einem Kredit angeboten wird. Wichtig: Sie ist immer an einen bestimmten Kredit gekoppelt und nicht auf andere Kredite übertragbar.

Der Versicherer springt dann ein, wenn der Kreditnehmer beispielsweise unverschuldet arbeitslos wird oder verstirbt und deshalb der Kredit nicht mehr bedient werden kann. Die Restkreditversicherung zahlt dann den noch offenen Kreditbetrag an die Bank.

Welche Alternativen gibt es zur Restkreditversicherung?

1. Ein zweiter Kreditnehmer

Eine andere Möglichkeit, einen Kredit abzusichern, besteht darin, einen zweiten Kreditnehmer in den Kreditvertrag aufzunehmen. Der zweite Kreditnehmer nimmt das Darlehen gemeinsam mit dem ersten Kreditnehmer auf. Diese Alternative eignet sich hauptsächlich dann, wenn im Anschluss beide Kreditnehmer den Kredit nutzen. Gute Beispiele sind hier etwa der Autokredit oder die Baufinanzierung. Wichtig: Der zweite Kreditnehmer haftet immer zu 100 Prozent.

2. Bürgschaft

Kreditnehmer können auch einen Kredit absichern, indem sie einen Bürgen mit ins Boot holen. Dann bezahlt der Bürge die Kreditraten an die Bank, falls der Kreditnehmer diese nicht mehr begleichen kann. Anders als der zweite Kreditnehmer unterschreibt der Bürge aber nicht den Kreditvertrag, sondern es wird ein gesonderter Bürgschaftsvertrag mit der Bank aufgesetzt. Zudem kann der Bürge seine Haftung zeitlich und in puncto Volumen begrenzen.

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