Sabine Groth (Freie Autorin)Lesedauer: 2 Minuten

Studie der Wirtschaftsuni Wien Nicht nur Investoren lesen Geschäftsberichte

Infomaterial auf der BASF-Hauptversammlung 2019 in Mannheim
Infomaterial auf der BASF-Hauptversammlung 2019 in Mannheim: Geschäftsberichte werden auch noch gedruckt, gelesen aber vor allem online - und das nicht nur von Anlegern. | Foto: imago images / Arnulf Hettrich

Nur rund ein Drittel (32,5 Prozent) der Leserschaft von Geschäftsberichten lässt sich auf private und institutionelle Investoren und  Analysten zurückführen. Jeder vierte Leser (25,0 Prozent) entstammt der Belegschaft. Anscheinend wollen auch Mitarbeiter wissen, wie es in „ihrem“ Unternehmen finanziell ausschaut und wie die Pläne der Vorstands sind. Zu den weiteren Lesern zählen Studierende und Bewerber (14,5 Prozent), Kunden (8,2 Prozent) sowie Nachhaltigkeitsexperten (4,4 Prozent), Lieferanten (4,0 Prozent), Journalisten (2,1 Prozent) und Vertreter von NGOs (1,0 Prozent).

Dies sind die Ergebnisse einer Befragung der Wirtschaftsuniversität Wien in Kooperation mit Wiener Reporting-Agentur nexxar unter mehr als 23.000 Lesern digitaler Geschäftsberichte von zehn börsennotierten Gesellschaften, darunter auch einige Dax-Unternehmen.  

Als Gründe für die Lektüre geben die meisten (25,6 Prozent) das Interesse an Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung an. 16,4 Prozent wollen etwas zur Strategie erfahren, 14,1 Prozent zu Nachhaltigkeit. Danach folgen Informationen zum Management (9,4 Prozent), zum Ausblick (8,8 Prozent) sowie zum Unternehmen und der Aktie (8,0 Prozent).                   

„Neben der Financial Community richten sich Geschäftsberichte ganz klar auch an interne Zielgruppen und die breite Öffentlichkeit“, sagt Stéphanie Mittelbach-Hörmanseder von der Abteilung für Unternehmensrechnung und Revision der Wirtschaftsuniversität Wien. Das sollten Unternehmen bei der Gestaltung beachten. Reine Datenwerke seien nicht gefragt. Vielmehr müssten Geschäftsberichte auch für fachfremde Zielgruppen verständlich bleiben, eine Geschichte erzählen und Leser abholen.

„Geschäftsberichte werden heute fast ausschließlich am Bildschirm genutzt“, sagt Eloy Barrantes, Geschäftsführer von nexxar. „Viele große Konzerne in Europa veröffentlichen deshalb inzwischen einen Online-Geschäftsbericht und stellen diesen mitunter sogar in den Mittelpunkt ihrer Publikationsstrategie.“ Gegenüber gedruckten Berichten böten sie durchaus Vorteile. So können sie beispielsweise multimediale und interaktive Elemente einbinden und ermöglichen Kurz-Umfragen – wie etwa diese Befragung –, aus denen wichtige Erkenntnisse gewonnen werden können.

 

Mehr zum Thema
Frauen- und MänneranteileKPMG meldet Schieflage im Asset Management
Vermögensverwalter über den Dax 40„Der Dax wird sportlicher“
Am 20. SeptemberDiese 10 Aktien steigen in den Dax auf