Friedemann Lucius ist Vorstand der Heubeck AG. Foto: Heubeck

Friedemann Lucius ist Vorstand der Heubeck AG. Foto: Heubeck

Niedrigzins bringt Betriebsrente in Bedrängnis

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Die Experten des Finanzdienstleisters Heubeck glauben, dass gerade Arbeitgeber, die Leistungen direkt an ihre Betriebsrentner auszahlen, leiden werden. „Unter realistischen Annahmen ist damit zu rechnen, dass der HGB-Rechnungszins von aktuell knapp 5 Prozent bis zum Jahr 2018 auf unter 3,5 Prozent sinkt. Damit verbunden wäre ein Anstieg der HGB-Pensionsrückstellungen von 15 bis 30 Prozent mit entsprechendem Druck auf die Unternehmensgewinne“, heißt es in der Analyse.

Die niedrigen Zinsen drücken außerdem die Überschüsse der Lebensversicherer. Aus diesen Überschuss-Töpfen werden aber Anpassungen der Betriebsrenten bezahlt. Fallen die Überschüsse weg, muss der Arbeitgeber einspringen.

Noch weniger Rente bei gleichem Beitrag

Geradezu dramatisch sei die Situation bei der Entgeltumwandlung: Durch die niedrigen Zinsen müssten Arbeitnehmer heute im Vergleich zur Situation vor zehn Jahren bei gleichem Beitrag drastische Leistungseinbußen hinnehmen – ein derber Rückschlag für die Alterssicherung in Deutschland, so die Meinung der Heubeck-Berater.

Friedemann Lucius, Vorstand der Heubeck AG, fordert die Politik daher zum Handeln auf. Notwendig wäre es etwa, den abgabenfreien Betrag für die Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds zu verdoppeln und Betriebsrenten wieder von der Beitragspflicht zur Krankenversicherung zu befreien.

Das Problem mit den stillen Reserven

Auch die Pflicht der Versicherer zur Weitergabe stiller Reserven an die Versicherten schwäche die Altersversorgung statt sie zu stärken. „Von der Ausschüttung der stillen Reserven profitieren in der Regel nur ältere Versicherte mit auslaufenden Verträgen. Im schlimmsten Fall werden die Versicherer zur Kündigung rentabler, hochverzinslicher Anleihen gezwungen. Damit verschlechtert sich die durchschnittliche Verzinsung für jüngere und Neukunden noch zusätzlich“, so Lucius.

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