Baustellen in der neu erbauten Stadt Valdebebas, nahe Madrid: Die niedrigen Zinsen halfen seit 2008 vor allem Spanien und begünstigten unter anderem die Baubranche. | © Getty Images

Niedrigzinsen in der Eurozone

Allianz errechnet Zinsgewinner und -verlierer

Und der Gewinner ist – Spanien. Das Königreich auf der iberischen Halbinsel hat per Saldo seit Beginn der sinkenden Zinsen 2008 satte 181 Milliarden Euro an Zinsen gespart. Das entspricht 16,5 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Für die Rechnung berücksichtigten die Analysten der Allianz die vier Gruppen Staat, Nichtfinanzunternehmen, Finanzunternehmen und Privathaushalte und errechneten für alle den Saldo aus erhaltenen und gezahlten Zinsen. Bei den Gesamtgewinnern folgen auf Spanien die Niederlande (87 Milliarden Euro, 12,7 Prozent des BIP), Portugal (19 Milliarden Euro, 10,4 Prozent des BIP) und Italien (99 Milliarden Euro, 5,9 Prozent des BIP). Außerdem gehört auch Deutschland mit 114 Milliarden Euro beziehungsweise 3,9 Prozent des BIP zu den Gewinnern.

Die Zahlen zeigen allerdings auch, wie einseitig alles verteilt ist. So büßten ausgerechnet die Finanzinstitute, für die die EZB ja zuständig ist, addiert 953,2 Milliarden Euro an Zinsmarge ein. Nichtfinanzunternehmen gewannen hingegen 1.085 Milliarden Euro.

Bleibt nun noch die Frage, wie die Privathaushalte mit der Differenz aus Haben- und Sollzinsen abschnitten. Über die gesamte Eurozone betrachtet sammelte sich ein Zinsverlust von 291,8 Milliarden Euro an. Hauptverlierer sind aber nicht die Deutschen, denen 123,4 Milliarden Euro an Zinsgewinnen durch die Lappen gingen. Bei den Italienern sind es sogar 241,1 Milliarden Euro. Gewinner hingegen sind die eher schuldenfreudigen Spanier mit plus 152,6 Milliarden Euro. Ihnen halfen die sinkenden Zinsen auf der Kreditseite mehr, als dass sie sie auf der Guthabenseite belasteten.

Sie können diese und noch viele weitere Einzelergebnisse unter diesem Link auf dem Interest Income Calculator der Allianz abrufen.

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