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Henrik Stille ist Fondsmanager bei Nordea

Henrik Stille ist Fondsmanager bei Nordea

Nordea-Manager Henrik Stille über Alternativen am Rentenmarkt

„Dänische Pfandbriefe sind attraktiver als deutsche“

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DER FONDS: Nachdem die Schweizerische Nationalbank Mitte Januar den Franken vom Euro abgekoppelt hatte, versuchten Spekulanten auch in Dänemark die Bindung an den Euro zu brechen. Dänemarks Zentralbank hat schnell und vehement gegengesteuert. Wie ist die Lage jetzt?

Henrik Stille: Zurzeit scheint der Druck auf die Dänische Krone nachgelassen zu haben. Allerdings darf man nicht vergessen, dass wir nicht alle Fakten kennen, sondern dass nur die Notenbank tatsächlich Bescheid weiß. Auch aus ihrem monatlichen Währungs-Report lässt sich nicht genau herauslesen, ob und wie stark sie interveniert.

Halten Sie eine Beendung der Euro-Bindung für möglich?


Wir glauben nicht, dass es dazu kommen wird. Es gibt in Dänemark eine sehr starke politische Verpflichtung zur Anbindung an den Euro. Der aktuelle Wechselkurs zum Euro lässt zudem auf weniger Druck schließen. Und die Zentralbank hat gerade zum ersten Mal seit fast zwei Monaten wieder kurzfristige Schatzanweisungen ausgegeben. Das ist ein weiteres Zeichen für eine Entspannung der Lage.

Die Zentralbank hat im Januar und Februar den Einlagenzinssatz in vier schnellen Schritten auf minus 0,75 Prozent gesenkt. Erwarten Sie, dass die Zinsen jetzt wieder steigen?

Ich denke, der Satz wird für einige Zeit auf dem jetzigen Niveau von minus 0,75 Prozent bleiben. Der interessante Punkt ist, dass der Markt schon einen Zinsanstieg von 40 Basispunkten einpreist. Das heißt, wenn die Zinsen um 40 Basispunkte steigen, hätte das keine Auswirkungen am Markt. Wir glauben, dass der Markt an dieser Stelle zu viel einpreist. Daher halten wir vor allem kurzfristige dänische Anleihen zurzeit für sehr attraktiv.

Was spricht gegen einen Zinsanstieg um diese 40 Basispunkte?

Wir halten einen solchen Anstieg für zu aggressiv, wenn man bedenkt, dass die EZB ihr Anleihe-Kaufprogramm gerade erst gestartet hat. Für die dänische Zentralbank ist es daher schwierig, die Zinsen zu erhöhen. Der Aufwärtsdruck auf die Währung würde schnell zurückkehren. Durch die Interventionen der Zentralbank sind in den vergangenen Monaten die Devisenreserven in Dänemark enorm gestiegen. Käme es zu Kapitalabflüssen, wäre das noch lange kein Grund, die Zinsen anzuheben. Die Reserven sind hoch genug, um die Krone zu stützen, und wahrscheinlich würde die Zentralbank es sogar vorziehen, die Reserven wieder etwas zu senken.

Ihr Fonds investiert vor allem in dänische Hypothekenanleihen. Haben die einen Vorteil gegenüber Staatsanleihen?

Im Moment sind Hypothekenanleihen viel liquider. Die Regierung hat die Emission von Staatsanleihen gestoppt, die Liquidität ist sehr niedrig, sie sind kaum handelbar. Der Markt für Hypothekenanleihen hingegen ist sehr liquide und funktioniert bestens. Wir mögen zurzeit zum einen Anleihen mit einer sehr kurzen Laufzeit von unter zwei Jahren. Zum anderen bevorzugen wir kündbare, sehr lang laufende Anleihen – speziell die bis 2047 laufenden, die 2 Prozent Zins bringen. Diese handeln mit einem Renditeaufschlag von 90 Basispunkten gegenüber dänischen Staatsanleihen. Das ist sehr attraktiv, auch im Vergleich zum Aufschlag von Covered Bonds zu Staatsanleihen in anderen europäischen Ländern. Das liegt auch daran, dass es zurzeit sehr viele Emissionen gibt. Entsprechend hoch ist die Emissionsprämie.

Gibt es große Unterschiede zwischen der dänischen Hypothekenanleihe und dem deutschen Pfandbrief?

Durch das neue Regelwerk für Covered Bonds in Europa gibt es regulatorisch kaum noch Unterschiede. In Deutschland gibt es viele öffentliche Pfandbriefe, die über staatliche Forderungen besichert sind. In Dänemark haben wir nur Hypotheken-Pfandbriefe.

Und in punkto Rendite?

Dänische Hypothekenanleihen sind eine attraktive Alternative zu deutschen Pfandbriefen. Deutsche Pfandbriefe werden zurzeit künstlich teuer gehalten durch das Ankaufprogramm der EZB. Und schon vor den EZB-Käufen war das Nettoangebot hier negativ. Im sehr kurzen Bereich der Zinsstrukturkurve haben Euro-Anleger, die dänische Hypothekenanleihen kaufen und auf den Euro absichern, einen Vorteil von etwa 40 Basispunkten. Im Fünf-Jahresbereich sind es rund 20 Basispunkte, im ganz langen Bereich sogar 50 Basispunkte.

Im vergangenen Jahr schaffte Ihr Fonds eine Performance von 6 Prozent. Können Sie das 2015 wiederholen?


Der Gesamtertrag hängt sehr davon ab, ob die Zinsen steigen oder fallen. Wir versuchen, die bestmögliche Rendite mit dänischen Hypothekenanleihen zu liefern. Wir gehen aber keine Zinswetten ein, die Duration halten wir konstant bei 4,5 Jahren. Bei stabilen Zinsen und Renditeabständen läge der Ertrag bis Jahresende bei etwa einem Prozent.

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