DAS INVESTMENT: Was gab es denn zum 20-jährigen Jubiläum als kleine Aufmerksamkeit?

Dan Sauer: Ehrlich gesagt bin ich erst im Gespräch mit Dir wieder drauf gekommen, dass es 20 Jahre sind. Ich habe zur Sicherheit selbst noch mal in meinem Linkedin-Profil nachgeschaut, um mich zu versichern. Der Firma lange treu zu bleiben, ist nicht so exotisch bei uns im Hause. Mit vielen Kollegen arbeite ich schon seit langen Jahren zusammen. Stellvertretend kann ich meinen Kollegen Poul Callesen nennen, den viele Deutsche Kunden als das Gesicht für dänische Pfandbriefe kennen. Poul arbeitet seit 33 Jahren für Nordea.

Hättest Du das früher gedacht, dass du so lange bei einer Adresse bleibst?  

Bild aus früheren Tagen: Dan Sauer (rechts)

Sauer: Im Leben nicht. Ich habe beide juristische Examina gemacht. Schon die Fondsbranche war für mich ein exotischer Ausflug. Als das Angebot für den Fondsvertrieb kam, dachte ich mir: „Warum nicht? Zwei bis drei Jahre Vertrieb täten dir gut.“ Daraus sind nun zwei Jahrzehnte geworden. Das war die richtige Entscheidung für mich, es macht mir heute mehr Spaß als vor 20 Jahren. Es sind die Kollegen im Norden, in Luxemburg, in Deutschland – die Zusammenarbeit lässt mich jeden Tag aufstehen. Ich kann nur jeden zu uns einladen und sich von der Authentizität unserer Belegschaft überzeugen zu lassen.

Bist du in weiteren Teilen deiner Persönlichkeit auch so beständig? Hobbies, Vorlieben, Essen? Reisen?

Sauer: Die für einen Juristen typische Antwort: Kommt darauf an. Bei Hobbies kann ich schneller aufzählen, was ich noch nicht probiert habe. Es gibt Orte, wo ich mehr als einmal war. Aber ist die Welt nicht zu schön, um nicht immer Neues zu entdecken!? Mit meiner Frau bin ich seit 22 Jahren zusammen.  Aufgewachsen am Niederrhein, ist mir der Klang der Dieselmotoren einer der wenigen angenehmen Industriegeräusche und der Rhein ein schöner Anblick. Meine erste Freundschaft aus dem Kindergarten besteht bis heute. Dankbar und stolz bin ich, der Patenonkel seiner Tochter sein zu dürfen. Bei allem, was wirklich zählt, ist mir Beständigkeit wichtig.

Warum wechseln viele deiner Vertriebskollegen im Schnitt alle sechs Jahre ihren Arbeitgeber und bleiben doch in der Industrie?

Sauer: Es gibt viele Beweggründe: Es ist sicherlich eine ganz banale Begründung, dass das Umfeld sich stetig, oft schnell ändert. Beispielsweise werden durch Fusionen Stellen redundant. Des Weiteren kann ein Wandel der Hauskultur einen Wechsel nahelegen. Die neue Generation ist aber auch anders als die meine. Neue Erfahrungen sind erwünscht und ein Wechsel hat für die KollegInnen damit einen Mehrwert. Aber es gibt noch weitere Aspekte. Zu Beginn des Jahrtausends stand der Drittfondsmarkt ganz am Anfang. Die Nachfrage nach Vertrieblern war groß, was zu einer Gehaltsspirale führte. Damit wird aber auch kompensiert, dass es keine Entwicklungsmöglichkeiten im Vertrieb gibt. Ein Punkt, den auch ich immer wieder in Bewerbungsgesprächen betone; ich kann eine tolle Stelle im Vertrieb anbieten, aber nicht eine Entwicklung in ein anderes Segment.  Zumindest nicht ohne Umzug ins Ausland.

Wie bist du zu Nordea gekommen?

Sauer: Wie erwähnt, war es eher der Nachfrage geschuldet. Auf der „Buy Side“ wurden mir nicht nur die Fonds des jeweiligen Hauses nahegelegt, sondern auch fast immer ein Job im Vertrieb. Für mich war klar, wenn ich wechsele, dann muss alles passen. Schon damals konnte man nur mit guten Produkten bestehen. Darüber hinaus wollte ich eine Unternehmenskultur, die zu mir passt. Und last but not least, wollte ich eigene Fußspuren hinterlassen können, sprich etablierte Player waren für mich nicht so interessant. Diese Zutaten stimmen bei Nordea bis heute noch. Auch wenn wir, gemessen am verwalteten Vermögen, heute eine der großen ausländischen Adressen in Deutschland sind.