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Notenbankpolitik Die Zinswende kommt

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Auch EZB sendet gegensätzliche Signale

Die Europäische Zentralbank (EZB) steht zwar vor einem ganz anderen Szenario, doch ihr Präsident Mario Draghi äußert sich ähnlich diffus.

Auf der Juni-Sitzung überraschte Draghi die Märkte mit der Absenkung der Inflationserwartung für 2018 auf 1,3 Prozent. Dies zeigt, dass kein wirklicher Inflationsdruck entsteht, weil die Verknappung des Arbeitskräfteangebots bislang nicht zu größeren Lohnsteigerungen geführt hat. Selbst für 2019 prognostiziert die EZB nur eine durchschnittliche Inflationsrate von 1,6 Prozent.

Die dahinterliegende Botschaft lautet: Wir haben keine Eile, an der derzeitigen geldpolitischen Konstellation etwas zu verändern. Doch dann sagte Draghi in einer Rede am 28. Juni, dass „die deflationären Kräfte durch reflationäre Kräfte abgelöst worden sind” – und schockierte damit die Märkte. Die Folgen: Der Euro wertete auf und die Renditen auf Staatsanleihen zogen an.

Staatsanleihen weiter untergewichtet, Aktien neutral

Was bedeutet das jetzt für Anleger? Ungeachtet des verwirrenden Geschehens lautet die Botschaft: In Europa rückt das Ende von Quantitative Easing näher. Interessanterweise kommen die lautesten Äußerungen in Richtung Ende der lockeren Geldpolitik von der am wenigsten glaubwürdigen Notenbank, der BoE. Die EZB, die die Aussichten herunterspielt, dass es dazu kommen wird, hat dagegen viel bessere Argumente. Wir stehen nicht vor radikalen Veränderungen. Vielmehr wird es in den nächsten Monaten ein weiteres Stupsen geben.

Die Folgen für die Finanzmärkte dürften unter dem Strich sein: Die Renditen auf europäische Anleihen werden weiter anziehen und ihre Kurse weiter fallen. Wir bleiben bei der Untergewichtung von Staatsanleihen und sind deshalb nicht allzu unglücklich über die jüngste Entwicklung.

Aktien profitieren von den niedrigen Anleiherenditen und Kreditrisikoaufschlägen, während die Aussicht auf eine QE-Reduzierung durch die Notenbanken die Stimmung trüben könnte. Da wir in der Geldpolitik nicht mit plötzlichen oder raschen Kursänderungen rechnen, bleiben wir gegenwärtig bei unserer neutralen Gewichtung von Aktien.

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