Christin Jahns

Academy-Aktiencheck Europas Super-Aktie: In diesen ETFs und Fonds ist Novo Nordisk hoch gewichtet

Spritze und Fläschchen vor Novo-Nordisk-Logo
Spritze und Fläschchen vor Novo-Nordisk-Logo: Mit einer Marktkapitalisierung von 374 Milliarden Euro steht das dänische Pharmaunternehmen kurz davor, das teuerste Unternehmen Europas zu werden.
© Imago Images / NurPhoto

„Europas neue Superaktie“ titelt die Tageszeitung Welt euphorisch. Das dänische Pharmaunternehmen Novo Nordisk hat aktuell einen Lauf. Mit einer Marktkapitalisierung von 374 Milliarden Euro steht es kurz davor, das teuerste Unternehmen Europas zu werden und damit den Luxuskonzern LVMH von der Spitze zu verdrängen.

Ein Grund dafür: Der Hype um die Abnehmspritze Wegovy hat den dänischen Hersteller in ganz neue Sphären katapultiert. Wegovy kam in den USA bereits Mitte 2021 auf den Markt. So richtig startete das Medikament allerdings erst im Herbst vergangenen Jahres mit einem Tweet von Elon Musk durch. Der Tesla-Chef reagierte dort mit nur zwei kurzen Wörtern auf die Frage, warum er so „großartig, fit, durchtrainiert und gesund“ sei: „Fasten und Wegovy.“ Damit brachte er einen Stein ins Rollen. Nach und nach wurde bekannt, dass auch andere Promis wie Kim Kardashian auf die Abnehmspritze setzen.

Wachstumsmarkt treibt Novo-Nordisk-Kurs

Seit Kurzem ist sie nun auch in Deutschland auf dem Markt. Außerdem zeigte eine Studie jüngst, dass Wegovy das Risiko von Schlaganfällen und Herzinfarkten bei übergewichtigen Menschen zusätzlich um 20 Prozent senkt.

Der Umsatz von Novo Nordisk stieg angesichts des wachsenden Interesses im ersten Halbjahr 2023 im Adipositas-Geschäft um 158 Prozent. Der Konzern-Umsatz schoss im Jahresverlauf um knapp 30 Prozent auf knapp 15 Milliarden Euro in die Höhe. Daraufhin erhöhte der dänische Pharmariese seine Jahresziele und erwartet bei konstanten Wechselkursen einen Ergebnisanstieg von bis zu 37 Prozent.

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Analysten gehen davon aus, dass der Markt für Diabetes und neue Medikamente zur Gewichtsreduktion weltweit einen Umsatz von 130 bis 140 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Denn: Viele Mediziner glauben, dass Wegovy dazu beitragen könnte, gewichtsbedingte Krankheiten zurückzudrängen. So biete die Spritze eine gute Chance, Gewicht zu reduzieren und damit Diabetes und Gelenkerkrankungen vorzubeugen.

Konkurrenz arbeitet an ähnlichen Abnehmprodukten

Doch der Hype um Wegovy lockt auch die Konkurrenz: Einem Bericht der Financial Times zufolge entwickeln chinesische Pharmahersteller inzwischen eine eigene Version der Abnehmspritze. Aktuell werde in klinischen Studien getestet, wie das Medikament nachgeahmt werden könnte. „Spätestens im Jahr 2026 wird es eine Angebotsexplosion geben“, zitiert das Portal den in Peking ansässigen UBS-Pharmaanalysten Chen Chen.

Die chinesische Gesundheitsbehörde hat dem Kampf gegen Diabetes und Fettleibigkeit zwar höchste Priorität eingeräumt, die Aufsichtsbehörden haben das Medikament von Novo Nordisk bislang allerdings nur zur Behandlung von Diabetes zugelassen. Analysten zufolge dürfte sich das allerdings schon bald ändern. Denn die Wegovy bietet einige Vorteile. Im Vergleich zu den chinesischen Anbietern ist beispielsweise nur eine Injektion pro Woche erforderlich.

 

Im Westen konkurriert Novo Nordisk mit einem Produkt des US-Pharmakonzerns Eli Lilly, das als Mounjaro bekannt ist. Das Unternehmen wird voraussichtlich bald die Zulassung zur Gewichtsabnahme erhalten.

Trotz allem prognostizieren Analysten bislang: Auch wenn sich die chinesische Konkurrenz einen Anteil an der weltweiten Nachfrage sichern könnte, wird Novo Nordisk Weltmarktführer bleiben.

Fokus auf Diabetes: Die Geschichte von Novo Nordisk

Dabei sind Abnehmpräparate keineswegs das Hauptgeschäft des dänischen Pharmaunternehmens, das sich auf die Produktion von Insulin und anderen Medikamenten zur Behandlung von Diabetes spezialisiert hat. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück.

  • 1923 begann der heutige Pharma-Riese mit der Produktion von Insulinextrakten aus Schweine-bauchspeicheldrüsen, die zur Behandlung von Diabetes eingesetzt wurden.
  • 1951 wurde dann die erste Form von Insulin eingeführt, die in Tablettenform verabreicht werden konnte. Dies war ein wichtiger Schritt in der Diabetesbehandlung, da viele Menschen Schwierigkeiten mit den damals üblichen Injektionen hatten.
  • 1996 kam dann das erste langwirkende Insulin auf den Markt, das unter dem Markennamen „Levemir“ bekannt ist. Dieses Insulin bot Diabetikern eine bessere Möglichkeit zur kontinuierlichen Blutzuckerkontrolle.
 

In den folgenden Jahren erweiterte Novo Nordisk sein Portfolio und brachte eine Vielzahl von Insulinpräparaten, Injektionsgeräten und anderen Medikamenten zur Diabetesbehandlung auf den Markt. Auf diese Weise entwickelte sich das dänische Pharmaunternehmen zu einem der weltweit führenden Anbieter im Bereich Diabetes. Heute ist Novo Nordisk in über 80 Ländern tätig.

Die Aktie im Überblick

Novo Nordisk Aktienkurs
Novo Nordisk Aktienkurs © Wikifolio
  • ISIN: DK0060534915
  • Marktkapitalisierung: 374,43 Milliarden Euro
  • Wertentwicklung 5 Jahre: 311,7 Prozent
  • Wertentwicklung 10 Jahre: 546,6 Prozent
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis: 35,8 Prozent
  • Dividendenrendite: 1,3 Prozent
  • Umsatz 2022: 176,95 Milliarden Dänisch Kronen
  • Umsatzwachstum zum Vorjahr: 25,7 Prozent

Bei den Zahlen ist es nicht erstaunlich, dass die Aktie auch in vielen Fonds und ETFs hoch gewichtet ist. Wir haben die Exemplare ausfindig gemacht, in denen sie den größten Anteil hat und stellen sie auf den folgenden Seiten vor.

Risiken kometenhafter Kurssteigerungen

Aber Vorsicht: Auch wenn angesichts der Wachstumstendenzen am Markt für Abnehmpräparate weiter Luft nach oben scheint, solltest du dir als Anleger:in gerade bei Trend-Themen immer genau überlegen, ob es sich noch lohnt, einzusteigen, oder die Wachstumsaussichten längst eingepreist sind.

 

Trends können sich ändern, das Thema Gewichtsreduzierung sich als Modeerscheinung entpuppen. Hinzu kommt, dass bei Pharmaprodukten die möglichen Nebenwirkungen nie vergessen werden dürfen, da sie sich sehr schnell negativ auf die Unternehmensbilanz auswirken können.

Mit breit gesicherten Fonds und ETFs bist du bei Kursverlusten eines einzelnen Unternehmens aber zumindest deutlich besser abgesichert als dies bei einem Investment in einzelne Aktien der Fall wäre.

Stand aller Daten: 18. August 2023

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