Historische Sparkarte: Des Deutschen innig geliebte Geldanlage bringt heute nur noch Verluste. | © 2211438 / Pixabay

Nur durch Inflation

Anleger verlieren 30 Milliarden Euro

Durch Inflation und Niedrigzinsen verloren Sparer in den vergangenen zwölf Monaten 30,3 Milliarden Euro – das sind 365 Euro pro Bundesbürger. Hintergrund ist der Umstand, dass allzu niedrige Zinsen auf Sparanlagen nicht mehr in der Lage sind, die Inflation, also die Geldentwertung, auszugleichen. Allein im vierten Quartal belief sich der Verlust auf 6,6 Milliarden Euro. Das meldet die Direktbank Comdirect im Rahmen ihres Quartalsweisen Realzins-Radars, den sie gemeinsam mit Barkow Consulting ermittelt.

Demnach lagen die Zinssätze für Tages- und Festgelder, Girokonten und Spareinlagen 2019 bei durchschnittlich 0,15 Prozent. Die Inflationsrate betrug im Jahresdurchschnitt 1,45 Prozent. Daraus ergibt sich ein Realzins (Zins minus Inflation) von minus 1,29 Prozent.

Ein ähnlich trübes Bild ergibt auch der Langfristvergleich. Seit Ende 2010 verloren die deutschen Sparer durch Niedrigzins und Inflation 134,6 Milliarden Euro – das sind 1.638 Euro pro Bundesbürger. Dennoch setzen die Deutschen laut Comdirect weiterhin auf niedrig verzinste Geldeinlagen. In den vergangenen zwölf Monaten stieg deren Volumen um 121 Milliarden Euro.

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