Der US-amerikanische Vermögensverwalter Nuveen hat die Übernahme des britischen Asset Managers Schroders für 9,9 Milliarden Pfund (umgerechnet 11,3 Milliarden Euro beziehungsweise 13,5 Milliarden US-Dollar) vereinbart. Die beiden Unternehmen gaben die Transaktion am Donnerstag bekannt. Nach Abschluss des Deals wird die kombinierte Gruppe über ein verwaltetes Vermögen von knapp 2,5 Billionen US-Dollar verfügen.

Das Barangebot entspricht umgerechnet rund 6,90 Euro je Aktie (590 Pence). Hinzu kommen genehmigte Dividenden von bis zu 0,26 Euro je Aktie (22 Pence). Insgesamt ergibt sich damit ein maximaler Gegenwert von etwa 7,16 Euro je Aktie (auf Basis eines Wechselkurses von rund 1,17 Euro je britischem Pfund).

Richard Oldfield, der derzeitige Chef von Schroders, wird nach Abschluss der Übernahme die Leitung des Unternehmens fortsetzen. London soll als Hauptsitz für alle Geschäfte außerhalb der USA fungieren, wie die Unternehmen mitteilten.

Die Entscheidung, Schroders-Chef Oldfield in seiner Funktion zu belassen und London als internationalen Hauptsitz zu erhalten, soll Kontinuität für Kunden und Mitarbeiter signalisieren. Details zur organisatorischen Integration und zu geplanten Effizienzmaßnahmen wurden zunächst nicht bekannt gegeben. 

Konsolidierung im Asset-Management-Sektor

Die Übernahme reiht sich in eine Serie von Zusammenschlüssen in der Vermögensverwaltungsbranche ein. Asset Manager stehen unter zunehmendem Druck durch passive Anlageprodukte und sinkende Gebühren. Größere Einheiten versprechen Skaleneffekte und ein breiteres Produktangebot.

Nuveen ist Teil des US-Versicherungskonzerns TIAA und hat traditionell einen Schwerpunkt auf Real Assets und festverzinslichen Wertpapieren. Schroders ist in der aktiven Vermögensverwaltung tätig und verfügt über eine etablierte Präsenz in europäischen und asiatischen Märkten. Die Unternehmen erwarten Synergien durch die Kombination ihrer jeweiligen Stärken in unterschiedlichen Marktsegmenten.

Die globale Vermögensverwaltungsbranche verzeichnet seit Jahren eine Konzentrationsbewegung. Große Indexfonds-Anbieter wie Blackrock, Vanguard und State Street dominieren durch Größenvorteile, während aktive Manager durch Zusammenschlüsse ihre Wettbewerbsposition zu stärken versuchen.

Die endgültige Genehmigung der Transaktion durch Aktionäre und Regulierungsbehörden steht noch aus. Ein konkreter Zeitplan für den Abschluss des Deals wurde nicht bekanntgegeben.