In diesem Jahr stehen Themen(fonds) wie Rüstung oder Gold in der Gunst der Anleger ganz weit oben. Auch Themen wie die Renaissance europäischer Aktien spielen eine Rolle, und ebenso werden Investments gesucht, die den Klumpenrisiken aufgrund der Konzentration vieler Indizes auf wenige große US-Titel entgegenwirken.

Alles in einem Portfolio

Aber lassen sich all diese Punkte über eine Strategie abdecken? Die Lösung heißt Oberbanscheidt Dividendenfonds (ISIN: DE000A12BTG5). Der Fonds wurde im April 2015 lanciert, da man neben dem vorhandenen Mischfonds einen reinen Aktienfonds benötigte, um die Quotensteuerung in den Portfolios der eigenen Vermögensverwaltung mit einem Basisprodukt einfacher zu gestalten.

  • Sektor: Aktienfonds All Cap Welt
  • Auflegung: 01.04.2015
  • Ertragsverwendung: ausschüttend
  • Fondsgesellschaft: Universal Investment
  • ISIN: DE000A12BTG5
  • Max. Ausgabeaufschlag: 5,00%
  • Performance YTD: 38,52%
  • Performance 1 Jahr: 39,19%
  • Performance 3 Jahre: 78,27%
  • Performance 5 Jahre: 92,51%
  • Performance 10 Jahre: 91,07%
  • Sharpe Ratio 5 Jahre: 1,24
  • Sum. lfd. Kosten: 2,40%
  • Volatilität 5 Jahre: 11,75%
  • Volumen in Mio. EUR: 21
  • Währung: EUR

Die Philosophie

Starke Dividenden und smarte Themen kann man hier als Überschrift wählen. Wie auch beim Mischfonds orientiert man sich an keiner Benchmark und hat ein eigenes Weltbild vor Augen. Es wird global investiert, ohne Grenzen hinsichtlich Regionen oder Sektoren.

Auf den Einsatz von Derivaten wird verzichtet. Die Kassehaltung ist bewusst aktiv gestaltet und kann bis zu 20 Prozent betragen. Dividenden sieht man als verlässlichen Performance-Treiber besonders bei Niedrigzinsen oder stagnierendem Wachstum an, was gleichzeitig die Volatilität dämpft und das Depot in schwierigen Marktphasen stabilisiert.

Die Details

Der Fonds besteht aus zwei Blöcken. Das ist zum einen das Kernportfolio mit solidem Value-Kern und langfristigen Dividendenaristokraten, die für Stabilität in allen Marktphasen sorgen. Hier setzt man auf Qualität statt auf Quantität. Für das Kernportfolio eignen sich nur Unternehmen mit verständlichem, nachvollziehbarem Geschäftsmodell.

Die Kriterien für die Aktienauswahl sind hierbei eine stabile Dividendenhistorie, ein nachhaltiges Geschäftsmodell, solide Bilanzen, starke Cashflows, Wettbewerbsstärke (Burggraben), eine solide Ausschüttungsquote und kontinuierliches Dividendenwachstum. Hier sind beispielsweise Titel wie Allianz, Eon, Munich Re oder Shell zu nennen.

Wichtig: Nicht die Dividendenrendite allein zählt, denn diese kann trügerisch und ein Warnsignal sein, beispielsweise wenn Dividenden aus der Substanz ausgeschüttet werden, weil die Cashflows zu niedrig sind. Ein weiteres Beispiel dafür: Die Dividendenrendite ist momentan sehr hoch, weil die Aktie stark gefallen ist und nicht etwa, weil das Unternehmen so gesund ist und eine hohe Dividende bezahlen kann.

Im zweiten Block investiert man dann in dynamische Themen, wie aktuell beispielsweise „Zeitenwende“ in Form von Sicherheit & Verteidigung, Verkehrsinfrastruktur (Wiederbelebung der Baukonjunktur durch Zinsentwicklung und Impulse der Regierung). Dazu zählen ebenfalls Themen beziehungsweise Bereiche wie Energie oder auch Fischfarmen.

Hier spielt das Thema Dividenden ebenso eine Rolle, aber nicht unbedingt die historischen Dividenden, sondern vielmehr die zukünftige Dividende. Identifiziert der Anlageausschuss keine interessanten Themen, dann verbleiben die Gelder entsprechend im Kernportfolio.

Der Auswahlprozess

Zuerst wird sich der Anlageausschuss über die Definition des Weltbildes einig, sprich, welche Regionen und Sektoren allokiert werden sollen, welche werden über- oder untergewichtet. Dann wählt man die Einzelwerte aus, berücksichtigt dabei unter anderem die Bewertungen technischer Faktoren. Zusätzlich werden Sondersituationen wie Übernahmen oder Squeeze-Outs flexibel genutzt, das Portfolio konstruiert und im Nachgang laufend überwacht. Die Entscheidungen erfolgen diskretionär.

Gewichtungsgrenzen gibt es formal keine, die gelebte Praxis zeigt jedoch, dass keine Position mehr als 5 Prozent betragen soll. Etwaige Währungspositionen werden grundsätzlich nicht abgesichert. Die Titel werden in der Regel sukzessive aufgebaut.

Die Abgrenzung

Die Strategie unterscheidet sich im finalen Portfolio dann deutlich von denen der Mitbewerber. Während klassische Dividendenfonds eher in Large-Caps investieren, ist der Oberbanscheidt Dividendenfonds mit fast 40 Prozent in Small- und Mid-Caps investiert und somit im Vergleich zur Vergleichsgruppe oder der Benchmark in diesem Segment deutlich übergewichtet.

Auch regional betrachtet ist der Fonds gänzlich anders positioniert und hat nur einen USA-Anteil von knapp über 7 Prozent, während die Mitbewerber einen USA-Anteil von rund 50 Prozent allokieren. Somit sind auch Überschneidungen auf Einzeltitelebene zu den Mitbewerbern minimal, was entsprechend eine Beimischung des Oberbanscheidt Dividendenfonds aus Diversifikationsgesichtspunkten sehr interessant macht.

Durch die Themeninvestments ist man mit einem höheren Momentum unterwegs als die Vergleichsgruppe und auch die Volatilität ist höher als der Durchschnitt der Mitbewerber.

Fazit

Der Oberbanscheidt Dividendenfonds verkörpert das, was man unter aktivem Management versteht. Weit weg vom Index mit einem etwas anderen, aber klaren Konzept. Die aktuellen Ergebnisse sind überzeugend. Wer keine „Indexschmuser“ mag, sollte sich diesen Fonds näher anschauen.