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Markt in Vietnam: In Schwellenländern ergeben sich im Jahr 2019 Chancen für Aktienanleger. | © Getty Images

ODDO BHF Asset Management „Aktien aus Schwellenländern sind aussichtsreich“

Die meisten Anleger waren zum Ausklang des vergangenen Jahres eher pessimistisch gestimmt. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China stellte das auf Freihandel und Globalisierung basierende Wachstum weltweit in Frage. Stetig fallende wirtschaftliche Frühindikatoren und eine restriktiver werdende Geldpolitik riefen Rezessionsängste hervor. Ihren Niederschlag fand diese Stimmung in Verlusten an allen großen Aktienmärkten und einer deutlichen Ausweitung der Spreads von Unternehmensanleihen, insbesondere im Schlussquartal.

Im Jahr 2019 haben sich die Risiken aus 2018 bisher nicht in Luft aufgelöst. Noch ist der Handelsdisput zwischen den USA und China nicht beigelegt. Ein ungeordneter Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) könnte für Turbulenzen sorgen. Anleger täten daher gut daran, umsichtig zu agieren und abhängig von den weiteren Entwicklungen das Risiko im Jahresverlauf zu erhöhen.

Keine klaren Anzeichen einer Rezession

Viele Indikatoren sprechen auch dafür, dass das Klima an den Kapitalmärkten in 2018 schlechter war als nötig. Auch wenn sich das Wachstum abschwächt hat, sehen wir von ODDO BHF Asset Management keine klaren Anzeichen für eine Rezession: Die Einkaufsmanagerindizes sind zwar rückläufig, liegen aber weiterhin oberhalb der Marke von 50 Punkten. Die Arbeitslosenzahlen sinken sowohl in den USA als auch in der Eurozone. Stabile Rohstoffpreise – Öl ausgenommen – lassen auf eine gesunde Nachfrage schließen.

In China fällt das Wachstum zwar schwach aus – die Einzelhandelszahlen des vierten Quartals 2018 markieren ein 15-Jahres-Tief und die Verkaufszahlen von Autos brechen ein – doch die Regierung verfügt weiterhin über Handlungsspielraum in der Steuerpolitik. Der stärkste Katalysator für eine Erholung in China wäre allerdings eine Einigung im Handelsstreit mit den USA.

Die Zentralbanken werden einer Erholung der Weltwirtschaft im Jahr 2019 nicht im Weg stehen: Nach vier Zinserhöhungen in 2018 gönnt sich Jerome Powell, Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), eine Pause. Mario Draghi, Vorsitzender der Europäischen Zentralbank (EZB), hinkt zwar bei den Zinserhöhungen hinter der Fed her, hat jedoch auch gerade erst sein Programm der quantitativen Lockerungen auslaufen lassen. Da Draghi vorerst weder die Anleihebestände der EZB abbauen noch die Zinsen anheben wird, bleibt die Geldpolitik in der Eurozone 2019 unterstützend.

Vor diesem Hintergrund erscheinen uns die folgenden Anlageklassen aktuell interessant:

- Euro-Aktien: Während die US-Wirtschaft an Fahrt verliert, dürfte das Wachstum in der Eurozone stabil bleiben. Nach der deutlichen Korrektur im Schlussquartal 2018 haben viele Aktien und Sektoren, wie etwa Automobilzulieferer, gute Bewertungen.

- Schwellenländeraktien: Den aufstrebenden Volkswirtschaften haben im Jahr 2018 steigende Zinsen und der erstarkende Dollar zugesetzt. Bei einer Abwertung des Dollars bietet sich 2019 erhebliches Aufholpotenzial.

- Europäische Wandelanleihen: Eher vorsichtigen Investoren ermöglicht diese Anlageklasse, an der Entwicklung der Aktienmärkte teilzuhaben und gleichzeitig über die Anleihekomponente von einer Verlustabsicherung zu profitieren.

- Hochverzinsliche Kurzläufer: Nach der massiven Ausweitung der Spreads liegen die Bewertungen wieder auf gutem Niveau, sofern Anleger über entsprechende Ressourcen zur Emittentenanalyse verfügen und selektiv vorgehen.

- Sekundärtransaktionen im Private-Equity-Segment: Private Equity ermöglicht es, Aktienrenditen zu erzielen, ohne der Volatilität an den Börsen ausgesetzt zu sein. Angesichts der doch ambitionierten Bewertungen am Primärmarkt und dem hohen Bestand an noch zu investierendem Kapital bietet der Sekundärmarkt Chancen.

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