ODDO BHF Asset Management Fondsmanagement reagiert auf Handelskonflikt

Chinas Präsident Xi Jinping mit Donald Trump: Der Handelskonflikt verunsichert Investoren. | © Getty Images

Chinas Präsident Xi Jinping mit Donald Trump: Der Handelskonflikt verunsichert Investoren. Foto: Getty Images

Das Klima an den Börsen steht ganz im Zeichen des Handelskonflikts. Neue Zölle der USA und Drohungen von Präsident Donald Trump, die Verhandlungen mit China scheitern zu lassen, beunruhigen Investoren. Eine weitere Eskalation des Konflikts wäre eine ernste Bedrohung für die Finanzmärkte.

Abgesehen vom Handelskonflikt ist die Weltwirtschaft jedoch in guter Verfassung. Wir beobachten sein Jahresbeginn weltweit ein dynamisches Wachstum. Mit der Stabilisierung des verarbeitenden Sektors könnte die Weltwirtschaft noch weiter Fahrt aufnehmen. Die Maßnahmen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) gegen den Abzug von Liquidität und die Begrenzung der Finanzierungskosten auf Basis des US-Dollars haben Carry-Trades begünstigt und Risikowerten Auftrieb gegeben. Auch schwächen sich die globalen Exporte langsam ab –  ein wichtiger Motor für die Weltwirtschaft und die Gewinne.

Neutrale Position bei Risikowerten

Solange eine Einigung im Handelsstreit das wahrscheinlichere Szenario ist, haben wir es mit einer asymmetrischen Risikoverteilung zu tun und bleiben in Risikowerten neutral positioniert. Portfolios passen wir an die wieder gestiegene Volatilität an.

Bei Aktien und Schwellenländeranleihen nehmen wir aufgrund der eindeutigen Sensitivität gegenüber dem Welthandel Gewinne mit. Europäische Nebenwerte gewichten wir aufgrund der gesunkenen politischen Risiken neutral. Außerdem bauen wir das Engagement in bonitätsstarken Anleihen zur Ausschöpfung der Duration und des Carry mit Blick auf eine mögliche, durch Risikoaversion bedingte Zinssenkung, aus.

Aktuell haben wir bei ODDO BHF Asset Management noch nicht die Absicht, Risiken in Portfolios abzubauen, bereiten aber Anpassungen für folgende zwei Szenarien vor:

Szenario A: Abbruch der Verhandlungen und Eskalation des Handelskriegs

In diesem Szenario verkaufen wir Wertpapiere aus Schwellenländern und reduzieren unser Engagement  in Risikowerten an Aktien- und Hochzinsmärkten. Die Zielquote für Aktien beläuft sich auf 25 bis 30 Prozent. Zudem engagieren wir uns im Währungssegment verstärkt im japanischen Yen und in deutschen Staatsanleihen.

Szenario B: Handelsabkommen zwischen China und den USA

In diesem Szenario kaufen wir zyklische Werte und Substanzwerte aus Europa, investieren in Aktien aus Schwellenländern, kaufen Portfolios von Hochzinsanleihen mit Übergewichtung in zyklischen Werten (Rating von B) und bauen Leerverkäufe in US-Dollar versus Euro aus.

Generell gilt: Wertpapiere werden nicht länger mit einem Abschlag gegenüber historischen Bewertungen gehandelt. Es bleiben generell zwei Katalysatoren für Aufwärtspotenzial: Einmal die Anhebung der Gewinnprognosen, die mittlerweile in den USA mit 3,5 Prozent und in Europa mit 4,5 Prozent auf einem Tiefstand liegen, und deutliche Umschichtungen in Substanzwerte, die von einem Rückgang der Bewertungskennzahlen profitieren könnten. Es ist also in jedem Fall Geduld gefragt. Mit überhastetem Handeln ließ sich nur selten Rendite erzielen.