Quelle: claudiarndt / photocase.com

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Oekom: Finanzkrise wird zum Lackmustest

Knapp die Hälfte der von Oekom Research analysierten Unternehmen erfüllen die sozialen und ökologischen Mindestanforderung der Rating-Agentur. Das geht aus der aktuellen Studie „Corporate Responsibility Review 2009“ hervor. Oekom analysiert regelmäßig rund 1.100 Unternehmen aus über 40 Ländern. Geprüft werden dabei mehr als 100 soziale und ökologische Kriterien. „Die Finanzkrise wird zum Lackmustest dafür, wie ernst es die Unternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit wirklich meinen“, sagt Oekom-Geschäftsführer Robert Haßler. Die Rating-Agentur bescheinigt den Unternehmen in Sachen Corporate Social Responsibility (CSR) zwar wachsendes Engagement und bessere Transparenz in sozialen und ökologischen Fragestellungen. Allerdings sehen die Analysten große Unterschiede bei der Glaubwürdigkeit der Nachhaltigkeitsanstrengungen der Unternehmen. „Im Durchschnitt erreichen die Firmen aus konventionellen Branchen eine Bewertung, die unter dem von Oekom festgelegten Standard liegt“, so Chef-Analyst Matthias Bönning. Luxus oder Chance? Die Finanzkrise bringe die wahre Einstellung der Unternehmen zum Thema Nachhaltigkeit an den Tag: Entweder die Firmen verzichten nun auf ihren ökologischen und sozialen Standard, um die Kosten zu senken. Oder sie sehen die Krise als Chance und steuern verstärkt in Richtung Nachhaltigkeit. Für immer mehr Investoren sei die Antwort auf diese Frage klar, heißt es von Oekom. Unternehmen, die sich im Bereich Nachhaltigkeit glaubwürdig engagieren, werden zunehmend interessant für Kapitalanleger. Vor allem institutionelle Investoren wollen ihr Engagement im Bereich nachhaltiger Anlagen ausbauen. „Wer nachhaltig investieren möchte muss weder auf Rendite noch auf eine geeignete Auswahl an Investmenttiteln verzichten“, so Haßler. Knapp 500 Titel erreichten bei Oekom derzeit den sogenannten „Prime“-Status.


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