Alfred Platow, Mitgründer und Chef des Fondsanbieters Ökoworld | © Ökoworld Foto: Ökoworld

Ökoworld-Chef Alfred Platow im Gespräch

„Wir streiken schon seit 1995 und das nicht nur freitags“

DAS INVESTMENT: Welche Rolle spielt der von Fridays for Future initiierte Klimastreik aus Ihrer Sicht für den Umweltschutz?

Alfred Platow: Die jüngere Generation, Kinder, Schüler, jugendliche Erwachsene, Studenten und alle die, die die Welt noch nicht aufgegeben haben, sind die Impulsgeber. Zu vergessen auch nicht die „Parents-for-Future“ und auch die „Omas-und-Opas-for-Future“ stehen auf, gehen auf die Straße und verschaffen sich Gehör, unterstützen Kinder und Enkelkinder. Das ist ein wichtiges Signal und höchste Zeit. Die Politik wird gezwungen, zuzuhören und zu reagieren. Wie lange es allerdings dauern wird, bis man sich tatsächlich bewegt, das wird sich zeigen.

Es geht um unsere Zukunft. Alle sind gefordert, endlich aufzustehen. Was mir besonders Hoffnung macht, ist die Tatsache, dass endlich die jüngere Generation uns an den Hörnern packt, und uns ein schlechtes Gewissen macht. Auch wenn uns das in Teilen weh tut, es zeigt Wirkung. Es geht doch nicht um dogmatischen Verzicht  und  die  komplette  Verdammung  unserer  Konsumgesellschaft,  sondern  um  die  richtige  Richtung  und  das Bewusstsein – ein wichtiger Prozess, der an das Gewissen appelliert.


Alfred Platow mit Protestplakat bei einer Demo im Hambacher Forst. Quelle: ÖKOWORLD

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Von 100 auf 0 – das erwarten Greta und Co. sicher nicht, denn dafür sind sie viel zu intelligent. Allerdings muss es beim Miteinander bleiben und nicht in ein Gegeneinander untereinander ausarten. Wir sollten nicht Tau ziehen und gegeneinander in den Krieg ziehen, sondern an einem Strang ziehen. Und ja, ich weiß, dass das leicht gesagt ist.

Wer soll sich an dem Streik beteiligen? Sind neben Schülern auch erwachsene Bürger und Unternehmen aufgefordert?

Platow: Aber selbstverständlich, alle sind gefragt politisch zu werden. Alle sind aufgefordert, ihr Gewissen und Bewusstsein einzuschalten. Die Jungen ziehen die Älteren mit. Das ist der Deal. Bereits am 20. September 2019 fand der dritte globale Klimastreik statt – weltweit gingen Menschen auf die Straße, um für die Einhaltung des Parisabkommens und gegen die anhaltende Klimazerstörung laut werden. Die politische Botschaft der Fridays-for-Future-Demos ist der Ruf danach, die Klimaerwärmung zu stoppen. Der freie Zusammenschluss Parents for Future ist eine wirkungsvolle Initiative, die jungen Menschen in ihren Forderungen nach einer konsequenten Klima- und Umweltschutzpolitik zu unterstützen.

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