Aktualisiert am 28.01.2020 - 12:11 UhrLesedauer: 2 Minuten

Ölpreis aktuell: Spekulanten-Einfluss wächst wieder

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Die aktuelle Entwicklung am Ölmarkt

Die beiden Schaubilder auf der nächsten Seite verdeutlichen die Entwicklung der Positionen in den drei bislang vorliegenden Berichten. Das obere Schaubild beschränkt sich auf Futures, das untere zeigt die kombinierten Positionen aus Futures und Optionen. Bitte beachten Sie, dass es sich hier um Netto-Positionen handelt, also die Differenz aus Long- und Short-Positionen. Futures: Die deutlichste Veränderung zeigt sich bei den spekulativen Money Manager, die ihre Netto-Long-Position in den letzten beiden Wochen um 30.000 Kontrakte ausgebaut haben. Sie dürften in erheblichem Umfang zum Preisanstieg von 68,05 auf 71,10 $/b (graue Säulen) beigetragen haben. Die drei anderen Akteursgruppen haben in ähnlicher Weise reagiert und ihre Long-Position abgebaut (Swap-Dealer) beziehungsweise ihre Short-Position ausgebaut (PMPU, Sonstige Spekulanten). Futures & Optionen: Die kombinierten Positionen zeichnen ein ähnliches Bild: Die Money Manager wetten derzeit netto mit 146 Millionen Barrel auf steigende Ölpreise. Der Optimismus bei den Swap Dealern, bei den Sonstigen Spekulanten (die sich auf eine neutrale Position zubewegen) und bei der Ölbranche (PMPU) geht hingegen zurück. Insgesamt kann man also feststellen, dass der Terminmarkt für Rohöl (nur WTI, für Brent liegen keine Daten vor) in der ersten Septemberhälfte immer stärker spekulativ geprägt wurde. Dieser Trend kann sich theoretisch noch längere Zeit fortsetzen, allerdings wächst damit auch das Rückschlagpotenzial, falls es zu einer Kehrtwende auf den Aktien- und Devisenmärkten kommen sollte. Steffen Bukold ist Betreiber der Internetseite www.energycomment.de und Herausgeber des Newsletters Global Oil Briefing.

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