LinkedIn Das Investment Instagram Das Investment Facebook Das Investment Xing Das Investment Twitter Das Investment
Suche
in FondsLesedauer: 2 Minuten

Preiseskapaden dürften beendet sein Ölpreis – wohin nur mit dem vielen Öl?

Ölförderpumpen in Texas
Ölförderpumpen in Texas: Die holprige Berg- und Talfahrt des Ölpreises dürfte vorerst vorüber sein, meint unser Gastautor Uwe Zimmer. | Foto: Imago Images / Westlight

Der Ölpreis ist historisch gesehen ein Spiegel der Weltkonjunktur. Geht es der Wirtschaft gut und wird entsprechend viel Öl verbraucht, steigt der Preis. Krisen lassen den Preis ebenfalls anziehen, schließlich könnte der Nachschub des kostbaren Guts stocken. Das Ölkartell der Opec-Staaten kann ebenfalls Einfluss auf die Preise nehmen – auch wenn das in den letzten Jahren immer weniger funktioniert hat. Manches Mal drückte das Überangebot auf dem Markt den Preis, zur Freude der Abnehmer. Doch nichts bringt den Ölpreis mehr unter Druck als die Angst vor einer Rezession. Und da stehen wir.

Uwe Zimmer

Krisen und Krieg und knappes Angebot sind Geschichte, wir steuern auf eine Phase des Überangebots zu. Denn fast egal wie die Notenbanken in den kommenden Monaten noch handeln: Die bislang schon getätigten und angekündigten Zinsschritte werden die Weltwirtschaft treffen, werden Investitionen verteuern, manches Geschäftsmodell in Frage stellen und Konsumenten verunsichern. Die Welt verharrt in Rezessionsangststarre. Wer will da Öl kaufen?

Dazu kommt: Gerade in Zeiten schwacher Wirtschaftsdaten sind es gerne die ölexportierenden Staaten, die Defizite im Staatshaushalt mit Mehr-Produktion ausgleichen wollen. Die eigene darbende Bevölkerung zu unterstützen ist ein hehres Ziel. Dafür mehr Öl auf den Markt zu werfen, funktioniert nur dann, wenn die Preise einigermaßen stabil bleiben. Doch offenbar nutzen manche Staaten die Notlage Russlands aus, das sein Öl nicht mehr an die großen Abnehmer im Westen loswird. Indien und China kaufen groß ein – und billig.

All dies spricht dafür, dass der Ölpreis in den kommenden Monaten keine großen Sprünge mehr nach oben machen wird. Eher ist zu erwarten, dass es noch ein gutes Stück weiter nach unten geht. So weit, dass irgendwann die Energiepreise als Treiber der Inflation ausfallen, die Notenbanken die Zinsen wieder senken und die Weltwirtschaft wieder anspringt. Dann, aber eben erst dann, wird auch das Öl wieder teurer werden.

Möglicherweise beginnt dann der Zyklus von neuem, mit steigenden Ölpreisen, neuen Krisen, neuen Inflationsängsten, neuen Zinssteigerungen und so weiter. Ein Schweinezyklus, der ewig so weitergehen könnte. Ewig? Nein, denn die Welt wendet sich vom Öl ab, will nachhaltiger werden, weniger fossile Brennstoffe verfeuern. Möglich also, dass dieser Absturz der letzte ist, dem noch einmal ein Wiederaufstieg des Öls folgt. Der nächste Absturz wird die gesamte Ölwirtschaft beenden. Wohin dann mit all dem Öl?


Über den Autor: 

Uwe Zimmer ist Geschäftsführer der Holding- und Beratungsgesellschaft für Finanzdienstleister Z-Invest aus Köln.

Tipps der Redaktion
ANZEIGEFoto: Inflation: Wie in den Siebzigern?
Zukunft des GeldwertsInflation: Wie in den Siebzigern?
Foto: Vantik-Kunden können zu Evergreen wechseln
Insolventes Altersvorsorge-FintechVantik-Kunden können zu Evergreen wechseln