Der ATX (Austrian Traded Index) gilt als der wichtigste Aktienindex der Wiener Börse und umfasst die 20 größten und liquidesten börsennotierten Unternehmen in Österreich. Er wird als Kursindex berechnet, das heißt, anders als beim deutschen Dax, der als Performanceindex berechnet wird, fließen Dividendenzahlungen beim ATX nicht mit in die Indexentwicklung ein.

Die Gewichtung der Aktien im ATX orientiert sich an der Marktkapitalisierung der frei handelbaren Aktien der Unternehmen (Free-Float-Marktkapitalisierung) und deren Börsenumsatz. Dabei wird die Gewichtung auf 20 Prozent je Unternehmen begrenzt, um eine zu starke Dominanz einzelner Unternehmen in dem bereits sehr konzentrierten Index zu vermeiden.

Die Zusammensetzung des ATX wird regelmäßig im März und September überprüft. Bei der halbjährlichen Anpassung können jedoch höchsten drei Aktien aus dem Index gestrichen beziehungsweise in den Index aufgenommen werden. Der ATX wurde erstmals im Januar 1991 mit einem Basiswert von 1.000 Punkten berechnet.

ATX: Finanztitel dominieren den Index

Mit einer Gewichtung von nahezu 50 Prozent dominieren Finanztitel den österreichischen Aktienindex. Vor allem die Erste Group Bank kratzt regelmäßig an der oberen Begrenzung von 20 Prozent je Unternehmen; wird bei Überschreiten quartalsweise jedoch über einen sogenannten Repräsentationsfaktor wieder unter die Kappungsgrenze adjustiert. Der Finanzsektor wird über die Raiffeisen Bank International, Bawag Group, Vienna Insurance Group, Uniqa Versicherungen und Immofinanz komplettiert.

Rund 25 Prozent des Index entfallen auf die Unternehmen aus dem Sektor Energie, Industrie und Grundstoffe. Größter Titel in diesem Sektor ist die OMV mit einem Indexgewicht von rund 12 Prozent. Die OMV ist ein internationales Öl- und Gasunternehmen, das in den Bereichen Upstream und Downstream tätig ist. Das Unternehmen verfügt über Explorations- und Produktionsanlagen in einer Vielzahl von Ländern in Europa, Asien und Afrika.

Auf Andritz, einen Anbieter von Anlagen und Ausrüstungen für den Industriesektor, entfallen rund 7 Prozent des Aktienindex. Das Unternehmen ist in den vier Geschäftsbereichen Wasserkraft, Zellstoff und Papier, Metall und Separation tätig. Zu den größten Unternehmen mit einem Indexanteil von knapp 7 Prozent zählt auch der Versorger Verbund, ein Stromversorgungsunternehmen, an dem die Republik Österreich eine Mehrheitsbeteiligung hält. Der Verbund erzeugt, transportiert, verkauft und handelt mit Strom und anderen Energien in ganz Europa. Dies geschieht durch ein Portfolio von Wasserkraft-, Windkraft-, Solar- und thermischen Kraftwerken.

Insgesamt entfallen auf die Top 10 des ATX-Index rund 80 Prozent der Gewichtung, womit die hohe Konzentration auf wenige Titel deutlich wird.

Wiener Börse im Höhenflug

Die Wiener Börse befindet sich im Höhenflug und schloss zuletzt über 4.800 Punkten. Ein neues Rekordhoch des ATX, das seit gut 18 Jahren bei knapp über 5.000 Punkten liegt, ist in greifbare Nähe, sofern sich der positive Trend an der Wiener Börse weiter fortsetzen kann. Seit Jahresbeginn hat der Index bereits um mehr als 30 Prozent an Wert zulegen können.

Xtrackers ATX ETF mit starker Performance

Dem steht der Xtrackers ATX ETF (ISIN: LU0659579063) in nichts nach. Ganz im Gegenteil, denn bei dem im November 2011 in Luxemburg aufgelegten thesaurierenden Aktien-ETF fließen auch die Dividendenerträge mit in die Wertentwicklung ein. Und die durchschnittliche Dividendenrendite der 20 größten österreichischen Unternehmen ist mit gut 5 Prozent nicht gerade unbedeutend.

So kommt der Xtrackers ATX ETF, der den ATX-Index vollständig physisch repliziert, im laufenden Jahr sogar auf eine Wertsteigerung von rund 37 Prozent, die sich aus der Kursentwicklung und den Dividenden zusammensetzt. Über drei Jahre beträgt die Wertsteigerung des ETF rund 77 Prozent, das entspricht einer jährlichen Rendite von 21 Prozent. Die Fünf-Jahres-Performance beläuft sich sogar auf über 160 Prozent, was ebenfalls einer Rendite von 21 Prozent pro Jahr entspricht. Die Gesamtkostenquote (TER) beträgt moderate 0,25 Prozent pro Jahr und das Fondsvolumen liegt bei rund 77 Millionen Euro.

Hohe Konzentration, starkes Momentum

Mit dem Xtrackers ATX ETF können Anleger an dem starken Momentum der österreichischen Unternehmen teilhaben, sollten sich der Risiken aus der hohen Konzentration des Index jedoch bewusst sein. Das Risiko größerer Kursschwankungen wird auch über den maximalen Drawdown von rund 28 Prozent in den vergangenen fünf Jahren und einer Fünf-Jahres-Volatilität von rund 20 Prozent deutlich.

Mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 10 und einem Kurs-Buch-Verhältnis (KBV) von 1,1 gelten die großen österreichischen Unternehmen jedoch längst noch nicht als überbewertet. Aus dem geschätzten langfristigen Gewinnwachstum von mehr als 10 Prozent ließe sich gut noch weiteres Kurspotenzial ableiten. Und sollten tatsächlich noch Fortschritte in den Ukraine-Friedensgesprächen erzielt werden, könnte dies der Börse in Wien einen zusätzlichen Schub nach oben geben.