Torsten Knapmeyer, Geschäftsführer von Deka Immobilien

Torsten Knapmeyer, Geschäftsführer von Deka Immobilien

Offene Immobilienfonds der Deka

Herr Knapmeyer, wie steigern Sie die Rendite Ihrer Offenen Immobilienfonds?

Etwas Leerstand, kurzlaufende Mietverträge, notwendige Umbauarbeiten: Welche Mängel dürfen Spitzen-Immobilien mittlerweile beim Kauf mitbringen, um die Fondsrendite zu steigern?

Unsere Offenen Immobilien-Publikumsfonds für Privatanleger bleiben auch im derzeitigen Marktumfeld klassische Core-Investoren. Um bei den aktuell hohen Preisen für Spitzenimmobilien aktiv bleiben zu können, nehmen wir bei den angekauften Gebäuden einen kleinen Asset Management Bedarf in Kauf. So akzeptieren wir zum Beispiel kleine Leerstände und Umbaubedarf, wenn sich dies in einem Preisnachlass für die Objekte niederschlägt und wir die Möglichkeit sehen, die Gebäude zu einer Spitzenimmobilie weiter zu entwickeln. Ein Beispiel für die Umsetzung dieser Vorgehensweise ist der Erwerb des Büroensembles „Theresie“ in München 2014 für rund 257 Millionen Euro. Keine Abstriche machen wir weiterhin bei der Drittverwendungsfähigkeit.

Inwiefern kommen mittlerweile beziehungsweise künftig Immobilien an B-Standorten für Ihren OIF in Frage? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Dies ist abhängig von der Nutzungsart. Insbesondere im Shopping- und Hotelbereich sind wir auch an Immobilien in B-Städten interessiert. Im Bürobereich hingegen investiert zum Beispiel unser Offener Immobilienfonds Deka-Immobilien Europa weiterhin grundsätzlich in A-Standorten.

Planen Sie für ein Mehr an Rendite Investments in Projektentwicklungen und Hotels oder sind Sie hier bereits aktiv? Wenn ja, welche Kriterien müssen erfüllt sein?

Wir bleiben unserer konservativen Management-Strategie treu und führen nach wie vor keine vorfinanzierten Projektentwicklungen durch. Hotels sehen wir schon lange als einen wichtigen Baustein für die sektorale Diversifikation unserer Retailfonds an.

Welchen Einfluss hat die Suche nach höheren Renditen auf Ihre Asset Allocation auf Länderebene? In welchen Märkten außerhalb der EU wollen Sie Ihr Engagement ausweiten oder haben Sie es bereits ausgeweitet?

Das Umfeld ist für uns als klassischen Core-Investor sicherlich schwieriger geworden. Dennoch sehen wir weiterhin gute Investitionsmöglichkeiten in Europa, ohne die konservative Ausrichtung unserer Fonds zu ändern. So haben wir zum Beispiel im letzten Jahr mit einen Spezialfonds zum ersten Mal ein Objekt in Norwegen angekauft. Dies können wir uns auch für die drei Offenen Immobilienfonds für Privatanleger vorstellen.

Über die Investments in europäische Objekte hinaus, agieren wir mit unserem global investierenden Offenen Immobilienfonds Deka-Immobilien Global vermehrt im außereuropäischen Ausland und erschließen neue Märkte. Im vergangenen Jahr haben wir beispielsweise mit dem Erwerb der Büroimmobilie „Lumley Centre“ in Auckland erstmals in Neuseeland investiert. Darüber hinaus hat der Fonds ein Bürogebäude in Mexico-City sowie Einzelhandelsflächen auf der Fifth Avenue in New York angekauft.

Mehr zum Thema
Börse HamburgOffene Immobilienfonds treiben Umsatz in die Höhe RisikomanagementSo rutschen offene Immobilienfonds nicht in die nächste Krise