Die DWS hat kürzlich weitere Verkäufe aus dem Immobilienportfolio ihrer offenen Immobilienfonds angekündigt. Hohe Abflüsse setzen die Fonds unter Druck – allein aus dem Grundbesitz Europa (DE0009807008) flossen auf Jahressicht laut Morningstar-Daten fast 1,2 Milliarden Euro ab.
Man müsse sich klarmachen, dass wenig neues Geld in offene Fonds fließe, während weiter Kapital abgezogen wird, sagte der Leiter des Immobiliengeschäfts, Clemens Schäfer, nun in einem Interview mit dem „Handelsblatt“: „Halten diese Abflüsse über längere Zeit an, sind Immobilienverkäufe die logische Folge.“
Auch zu einem möglichen Einsatz des sogenannten Gatings, mit dem die Rückgaben beschränkt werden können, äußerte sich Schäfer: „Wir prüfen fortlaufend, ob wir dieses Instrument aktivieren müssen.“ Eine komplette Aussetzung der Rücknahme von Anteilen stehe aber nicht an.
Rücknahmegebühren, die die DWS ebenfalls erheben könnte, hält Schäfer in der aktuellen Marktphase „für wenig hilfreich“. Wer derzeit Geld abziehen wolle, lasse sich durch einen Abschlag nicht abhalten, meint der DWS-Immobilienchef.
Schlechte Stimmung am Investmentmarkt
Insgesamt habe am Markt Ende 2025 und zu Jahresbeginn Aufbruchstimmung geherrscht, Investoren hätten wieder Mut gefasst. Die Eskalation im Irankonflikt habe dann aber für einen Dämpfer gesorgt. Die Sorgen vor einer höheren Inflation und steigende Zinsen zeigten nun Wirkung: Unter Investoren liege die Stimmung „wieder nahe den Tiefständen der Jahre 2022 und 2023“. Allerdings rechnet Schäfer auf dem Transaktionsmarkt nicht mit einem Rückfall auf das Niveau der Krisenjahre: „Es wird verkauft, auch wenn es derzeit schwer ist, einen harten Bieterwettbewerb zu organisieren.“
Zudem weisen nicht alle Faktoren in dieselbe negative Richtung, so Schäfer: An den Mietmärkten habe sich die Situation sogar verbessert. Die Nachfrage sei robust, es werde kaum gebaut. „Wer heute in zentraler Lage in den europäischen Metropolen mit einer guten Fläche an den Markt geht, findet sofort Mieter – unabhängig von der Nutzungsart.“