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Ark Invest ohne Umwege
So einfach kannst du in Deutschland in Cathie Wood investieren
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Sven Stoll

Ark Invest ohne Umwege So einfach kannst du in Deutschland in Cathie Wood investieren

Tech-Investorin mit Starkult
Tech-Investorin mit Starkult: Cathie Wood hat in diesem Jahr wieder einen Lauf.
© Imago Images / Zuma Wire/Wirestock / Collage: Sven Stoll mit Canva

Sie ist wieder in aller Munde! Die Tech-Investorin Cathie Wood scheint seit der starken Performance ihres Flaggschiff-Fonds wieder voll im Trend zu liegen. In einem Interview tönte sie kürzlich: „Wir sind die neue Nasdaq!“ Nach dem fulminanten Jahresauftakt hat die bibeltreue Christin leicht reden. Seit Anfang Januar ist der Kurs ihres Ark-Innovation-ETF in der Spitze um satte 50 Prozent gestiegen. Damit liegt er weit vor dem marktbreiten US-Index S&P 500. Auch den Technologieindex Nasdaq 100 hat der ETF deutlich geschlagen.

Cathie Wood: Umstrittene Starinvestorin mit Hang zum Risiko und exzentrischem Investmentstil

Ihr Hang zum Risiko macht Wood für viele zu einer Legende, gleichzeitig ist sie wegen ihres exzentrischen Investmentstils aber auch umstritten. Harte Kennzahlen interessieren die Tech-Investorin weniger, vielmehr schaut sie auf das disruptive Potenzial von Unternehmen, also auf die Möglichkeit, ganze Branchen umzukrempeln und neu zu definieren.

Den Ark-Innovation-ETF hat sie im Herbst 2014 aufgelegt. Die Strategie ging in den ersten Jahren voll auf. Vom Start weg bis zum Dezember 2021 hat der Fonds den Anlegern eine Rendite von 40 Prozent pro Jahr beschert. Am Peak legte er zwischen Ende März 2020 und Mitte Februar 2021 um sagenhafte 290 Prozent zu. Seither hat er in der Spitze allerdings wieder rund 80 Prozent seines Wertes verloren.

Trotz des jüngsten Aufwärtstrends sind die Investoren daher verunsichert. Das verwaltete Vermögen ist von fast 30 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 auf rund neun Milliarden Dollar geschrumpft. Seit Oktober vergangenen Jahres zogen Investoren fast 600 Millionen US-Dollar aus den Produkten ab, wie Daten des Finanzdienstes Bloomberg zeigen. Wie immer stellt sich die Frage, ob die aktuelle Periode eine Ausnahme ist und die von Cathie Wood ausgewählten Unternehmen zu Unrecht abgestraft wurden, oder ob die vergangenen Jahre die Ausnahme waren und die High-Growth-Aktien einfach nur gehypt wurden. Wood selbst sagt: „Wer wirklich in Innovation investieren will, ist bei uns besser aufgehoben, als wenn er nur in den Nasdaq-Index investiert.“

Unbeirrbarer Ansatz: Trotz Rückschlägen bleibt sie ihrer Investmentphilosophie treu

Vor allem eine Fehlentscheidung nehmen ihr offenbar einige Investoren übel: Im Januar verkaufte Wood ihre letzten Nvidia-Aktien. Der auf Hochleistungschips und Grafikprozessoren spezialisierte US-Technologiekonzern war lange eine der größten Positionen in ihrem Portfolio. Im Zuge der Euphorie um künstliche Intelligenz konnte der Chipkonzern seinen Wert in diesem Jahr mehr als verdreifachen – Woods ETF-Anleger gingen bei der Rally leer aus.

Doch Wood lässt sich bei der Auswahl ihrer Favoriten grundsätzlich nicht beirren. An Tesla, ihrer größten Position, hält die Investorin nach wie vor fest. Die Aktie des Autobauers, die sich seit Anfang Januar verdoppelt hat, könnte bald bis zu 2000 US-Dollar wert sein, sagte sie kürzlich. Tesla hat die Autoindustrie umgekrempelt. Alle großen Hersteller produzieren inzwischen Elektroautos, aber sie hinken Tesla in der Entwicklung hinterher. Zuletzt kaufte Wood die Aktien von Meta Platforms. Einer der Hauptgründe sei Facebooks Wechsel vom Metaverse zur künstlichen Intelligenz.

Unter ihren Top-10-Aktien befindet sich auch Coinbase, eine führende Kryptowährungsbörse, die den Nutzern den Handel mit verschiedenen Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum ermöglicht. Die älteste Kryptowährung Bitcoin konnte im Jahr 2023 bisher wieder etwas Boden gutmachen, nachdem sie im Jahr 2022 stark unter die Räder gekommen war. Bis zum Allzeithoch von knapp 69.000 Dollar, das im November 2021 erreicht wurde, ist es aber noch ein weiter Weg. Dennoch ist sich die Starinvestorin sicher, dass die Cyber-Devise in den kommenden Jahren neue Höhen erklimmen wird. Sie prognostiziert sogar, dass der Bitcoin bis 2030 sein altes Allzeithoch weit hinter sich lassen wird.

 

Deutsche Broker und Ark-ETFs: Hürden und Hindernisse für deutsche Anleger

Werden sich Wood’s Visionen in Zukunft bestätigen? Zumindest sollte man sich nicht zu 100 Prozent darauf verlassen. Wenn sich die Anleger wieder auf die Meme-Aktien stürzen, dann könnten auch die Fonds von Wood wieder alles in den Schatten stellen. Wenn nicht, könnte es sein, dass sich die großen Tech-Werte – wie schon so oft in der Vergangenheit – schneller von Rückschlägen erholen.

Wer auf den zukünftigen Erfolg der Starinvestorin setzen will, wird schnell feststellen: Deutsche Broker wie Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker, ING, Comdirect und so weiter bieten keine Ark ETFs an! Das liegt daran, dass die Originale nicht Ucits-konform sind. Aus diesem Grund ist der Vertrieb über die Broker in Deutschland nicht erlaubt. Grundsätzlich ist es zwar möglich, als Deutscher über ausländische Broker in US-ETFs zu investieren. Allerdings muss man wissen, welche Broker dies genau anbieten und welche Kosten und steuerlichen Besonderheiten damit verbunden sind.

Cathie Woods Einfluss: Nikko AM Ark Disruptive Innovation Fund unterliegt ihrer Verantwortung und Expertise

Doch es gibt eine einfache Lösung. Ark Investment Management ist ein strategischer Partner der Nikko Asset Management Group. Und diese bieten seit Ende Januar 2019 mit dem Nikko AM Ark Disruptive Innovation Fund einen Ucits-Fonds an, der von Cathie Wood verwaltet wird. Im Investmentprozess analysiert sie zunächst mit einem Top-Down-Blick von oben, wie sich die Welt verändert und wohin sie sich entwickeln wird. Ark bewertet potenzielle Investitionen anhand der folgenden sechs Schlüsselindikatoren:

  • Unternehmen, Mitarbeiter und Kultur
  • Zielerreichung
  • Eintrittsbarrieren oder -lücken
  • Produkt- und Dienstleistungsführerschaft
  • Risiko der These
  • Bewertung: 5-Jahres-Rendite (mindestens 15 Prozent Rendite pro Jahr gefordert).

Zur Bewertung wird für jedes Portfoliounternehmen ein Ertragsmodell für die nächsten fünf Jahre erstellt. Diese Modelle berücksichtigen das Wachstum des Geschäftsvolumens, Kostensenkungen, Marktakzeptanz und -durchdringung, das Wachstum der Aktienanzahl und zukünftige Multiplikatoren. Im Ergebnis soll der Aktienkurs eines Unternehmens in fünf Jahren etwa doppelt so hoch sein wie heute. Die endgültige Verantwortung für die Auswahl der Investitionen und die Genehmigung aller Investitionsentscheidungen liegt bei Cathie Wood. Allerdings gibt es eine Pille, die Anleger schlucken müssen: Die laufenden Kosten des Fonds, der in einer US-Dollar- und einer Euro-Tranche angeboten wird, sind mit jeweils 1,72 Prozent höher als beim amerikanischen Original. Dort liegt die Gesamtkostenquote bei nur 0,75 Prozent. Der Fonds ist bei den gängigen Neobrokern und Direktbanken handelbar.

Quelle Fondsdaten: FWW 2024

 

  • ISIN EUR: LU1861558747
  • ISIN USD: LU1861558580
  • Wertentwicklung lfd. Jahr: 46 Prozent
  • Wertentwicklung 3 Jahre: -40 Prozent (-15,6 Prozent p.a.)
  • Fondsvolumen: 2.421 Millionen Euro
  • Fondsmanagement: Cathie Wood, Lawrence Prager, Takeshi Noda
  • Volatilität 3 Jahre: 42 Prozent
  • Maximaler Verlust: 81 Prozent
 

Top-Holdings:

  • Tesla ist auf die Entwicklung und Herstellung von Elektrofahrzeugen, Energiespeicherlösungen und Produkten für erneuerbare Energien spezialisiert. Der Schwerpunkt liegt auf nachhaltiger Mobilität und der Nutzung erneuerbarer Energiequellen: 8,2 Prozent
  • Zoom Video hat eine Video- und Webkonferenzplattform entwickelt, die es Einzelpersonen und Unternehmen ermöglicht, virtuelle Meetings, Schulungen und Zusammenarbeit in Echtzeit abzuhalten. Die Plattform bietet Funktionen wie Videokommunikation, Bildschirmfreigabe und Chat: 8,1 Prozent
  • Roku ist ein Entwickler von Streaming-Geräten und -Plattformen, mit denen Nutzer eine Vielzahl von Unterhaltungsinhalten über das Internet auf ihre Fernsehgeräte streamen können. Die Geräte von Roku bieten Zugang zu verschiedenen Streaming-Diensten, Anwendungen und Medieninhalten und haben dazu beigetragen, das Konzept des "Cord Cutting" zu fördern, bei dem traditionelle Kabel- oder Satellitenfernsehdienste durch Streaming-Dienste ersetzt werden: 7,7 Prozent

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